Für immer mein!!!

Unbefristet gültig, quasi ein Leben lang! So hat sich das bestimmt kein MS ler gewünscht, aber wenn man es erst einmal schwarz auf weiß, bzw. grün auf rosa hat, dann hat man die Gewissheit, es ist soweit. Man ist offiziell dabei. Wobei? Na hierbei:

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Das MS-Spiel ist hoch offiziell eröffnet.

Ich wurde 2011 mit einem Schwerbehindertausweis ausgestattet. 50 % GdB (Grad der Behinderung). Ehrlich gesagt wollte ich so einen Schein überhaupt nicht haben, aber der Neurologe war hoch motiviert und hat alles dafür in die Wege geleitet. Rückblickend betrachtet gar keine schlechte Idee. Vielen Dank dafür, da ich eh zu diesem Zeitpunkt unfähig war  irgendetwas zu beantragen, zu tun.

Ich war völlig „out of order“, wie man so schön sagt, denn meine Eltern sind innerhalb von 2 Jahren verstorben und daran habe ich bis heute zu knacken. Wie es aussieht gehören Psyche und MS doch irgendwie zusammen und beeinflussen sich anscheinend gegenseitig sehr.

Naja, auf jeden Fall hatte ich jetzt diesen Lappen vor mir liegen und kam mir echt „behindert“ vor. Das wollte ich nicht, aber ich wurde nicht gefragt. Auf einmal hat man einen ständigen Begleiter an seiner Seite und muss mit ihm klar kommen, ob man will oder nicht.

Für immer mein!!!

Ich habe einen schönen Songtext der Gruppe Unantastbar gefunden, mit dem Titel:

Für immer mein!

Diese Liebe tötet
doch sie befreit
sie ist die einzig wahre
die dich ein Leben lang begleitet
diese Liebe fragt nicht
sie nimmt dich einfach mit
die einzig wahre Liebe trägst du
sie zeigt dein wahres Ich
diese Liebe steinigt
diese Liebe zeigt
wo du hingehörst
nur hier möchte ich sein
die einzig wahre Liebe
sie verbindet uns
kein Schmerz und keine Trauer
wir gehören uns!

Nie mehr alleine gehen
die Fahne in den Wind gedreht
ich trag mein Leben in der Haut
für immer mein und weil mir niemand nehmen kann
-so wie ich bin-
Asche zu Asche, Staub zu Staub!
Asche zu Asche, Staub zu Staub!

Diesen Text finde ich genial, auch wenn es in diesem Lied um eine andere Liebe geht.

Meine neue „Liebe“, wenn man es dann so nennen kann, ist die MS. Sie tötet mich nicht, aber sie begleitet mich mein Leben lang. Sie fragt mich nicht, sie nimmt sich was sie will. Sie zeigt mir wo meine Grenzen sind, sie zeigt mir andere Seiten auf. Wir sind verbunden ein Leben lang. Weinen ist erlaubt, aber nur kurzfristig. Ich bin nie mehr alleine, ich trage sie quasi unter meiner Haut und keiner kann sie mir abnehmen. Wir gehören uns.

Asche zu Asche, Staub zu Staub kann ich nicht unterschreiben, ich denke da eher an: Wie Phönix aus der Asche empor steigen und das Beste aus seiner Situation rausholen.

Immer wieder, jeden Tag, ein Leben lang. UNBEFRISTET. Ihr auch?

Deine Christine!

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22 Gedanken zu “Für immer mein!!!

  1. Bin erst heute auf diesen Beitrag gestoßen. Ich habe seit vielen Jahren aufgrund verschiedener chronischer Erkrankungen einen GdB 70 (davor schon einige Jahre 50) und das ebenfalls unbefristet. Wenn ich aber hier so in deinem Blog stöbere empfinde ich die MS noch stärker einschränkend als meine eigenen gesundheitlichen Defizite. Seit Dezember 2009 beziehe ich eine volle Erwerbsminderungsrente, zuerst befristet und seit März 2015 nun unbefristet bis zur Regelaltersgrenze. Ich bewundere deine Kraft, Willensstärke und wie du trotz Rückschläge immer weiter kämpfst und auch noch anderen Mut machst. Klar aufgeben bringt nichts, manchmal wünschte ich, ich hätte deine Energie.
    Liebe Grüße Petra

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Petra, ich sitze manchmal auch in einem kleinen Energieloch, aber schaffe es doch trotzdem immer wieder, mich selbst zu motivieren … Vielleicht hilft mein Sportgeist von früher ein wenig mit und wenn ich dann andere Erkrankte ein wenig aufmuntern oder sogar begeistern kann, dann habe ich alles richtig gemacht und meine Laune steigt… Ich schicke Dir ein paar Enegieschübe rüber und wünsche Dir auch viel Kraft, Mut und gute Laune… auch wenn es wirklich nicht immer nur einfach ist. Herzlichst, Deine Christine! 😊

      Gefällt 1 Person

  2. Hab grad noch`n bisschen in deinem blog herumgeschnüffelt und Psychologie angeklickt und muss hier auch noch meinen Senf dazugeben.
    Ich hab früher des Öfteren gesagt bzw. geschrieben, man müsse seine `Krankheit´ zunächst annehmen, um richtig mit ihr umzugehen, und darüber hinaus solle man/Frau (wohl klar) sich sogar damit verbünden (!).
    So ähnlich hab ich das in deinem `Schreiben´ auch verstanden…?..!
    L.G.
    Dein Verbündeter 🙂
    P.S. Was auch immer gut tut is`ne Prise Humor, denn Humor ist doch der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt (Ringelnatz).

    Gefällt 2 Personen

      1. Es ist m.E. in jedem Fall besser, ich meine sogar `NOT´wendig, sein vermeintliches Leiden so schnell wie möglich anzunehmen, ehe das Leiden dich voll annimmt bzw. einnimmt. Und nur wenn man auf diesem Weg mit seiner `Krankheit´ verbunden ist, kann man sozusagen einen Weg daraus selbst in die Hand nehmen.
        Wie sollte es sonst funktionieren…
        Aus psychologischer Sicht gibt`s dazu ganz interessante Hinweise…
        L. G.
        D. V. PJP

        Gefällt 1 Person

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