Beim ersten Mal tat´s noch weh…

… beim zweiten Mal nicht mehr so sehr und heut‘ weiß ich, daran stirbt man nicht mehr….

Reha
Reha

So sieht es aus, aber als ich 2011 das erste Mal zur Reha in den schwarzen Wald gerauscht bin, hatte ich ein ziemlich mulmiges Gefühl in der Magengegend.

Was kommt dort auf mich zu? Wie sind die anderen MS ler drauf? Können die Ärzte und Therapeuten mir bei meinem Gehproblem helfen? Will ich das alles überhaupt, oder fahre ich gleich wieder zurück? Ist das der richtige Ort für mich? Fragen über Fragen…. und ja, es war definitiv die richtige Entscheidung und der richtige Ort für mich.

Zwar war ich im ersten Moment sehr schockiert, so viele junge und alte Menschen mit Stock, Rollator oder Rollstuhl zu sehen, aber daran gewöhnt man sich schnell und findet sich ein.

Natürlich war ich nicht einer Meinung mit meiner Ärztin, die mir sofort einen Rollstuhl, sowie eine Basistherapie verpassen wollte, aber wir sind uns einig geworden. Ich bin die Patientin und bestimme wo es lang geht. Und erst einmal schaue ich mich um.

Viele MS ler in meinem Alter und mit meinem damaligen Status (nicht mehr weit gehen können, humpeln) saßen im Rollstuhl, sind in die Pizzeria gefahren und ich saß fast alleine im Speisesaal bei Brot und Pfefferminztee. Na toll 😦 . Die ca. 600 Meter waren einfach zu weit für mich und nicht machbar. Ärgerlich.

Am nächsten Tag hatte ich noch ein Erlebnis der besonderen Art, da ich mich vorlaut in einen Aktivrollstuhl gesetzt habe, um mein Können zu zeigen und das ich keinen Rollstuhl und auch kein Rollstuhltraining brauche. Die Rechnung ging ohne mich auf. Der Rolli hatte den Kippschutz eingeklappt, ich eine Drehung nach rechts gemacht und schwupp die wupp lag ich rückwärts auf dem Parkett. Autsch.

Kleinlaut habe ich mich bei meiner Ärztin für ein Rollstuhltraining angemeldet. Was soll ich Euch sagen, es war die richtige Entscheidung, denn dadurch habe ich rechtzeitig gelernt mit dem Rolli umzugehen. Es wurde ein richtiges Fahrtraining mit allem Pipapo durchgeführt, ein Rollstuhl auf mich und meine Bedürfnisse angepasst.

Meines Erachtens ist es sehr sinnvoll in Zeiten, in denen es einem noch einigermaßen gut geht, solch ein Fahrtraining durchzuführen, da die meisten Sanitätshäuser dem Patienten nur den Rollstuhl hinstellen und dieser muss dann zusehen wie er damit klar kommt.

Ein no go!!!

Außerdem habe ich dort durch die Therapien meine Gehfähigkeit wieder einigermaßen hergestellt und konnte nach Abschluss der Reha ohne meinen Gehstock, aber mit einem Rollstuhlrezept die Örtlichkeit nach 6 Wochen verlassen.

Was soll ich Euch sagen….. Beim ersten Mal tat´ s noch weh und ist komisch, beim zweiten Mal nicht mehr so sehr und mittlerweile fahre ich regelmäßig zur Reha und bin nicht daran gestorben… Und Ihr?

Auch wenn sich der Status nach einigen Schüben verschlechtert hat, dort wird einem wirklich geholfen und man fühlt sich ein wenig fitter wenn man nach Hause fährt.

Die, die noch unschlüssig sind, sollten es sich überlegen, denn es ist ein Versuch wert. Die, die jetzt fahren, oder bereits dort sind, denen wünsche ich eine schöne Zeit!!!

Blog

Los geht´s…

Deine Christine!

Advertisements

15 Gedanken zu “Beim ersten Mal tat´s noch weh…

  1. Heike

    Eine Reha, das ist Zeit nur für mich. Alles andere bleibt daheim und wird nach der Rückkehr wieder in Angriff genommen! Hier kann ich ausprobieren, was mir gut tut , sei es Hilfsmittel oder Therapie. Und die Quellenhofer die können es einfach!!!
    Nur dank der guten Aufklärung vor und während der 15 Jahre als Besitzer eines Küschalls wußte ich ganz gut, worauf zu achten war. Der Kampf mit dem Sanitätshaus ist nicht zu unterschätzen.
    Eine gute Zeit, liebe Grüße, deine Heike ♿️ 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Ich war nur einmal in der Reha, Anfang 2014 kurz nach der Diagnose. Ich war froh, das Gefühl zu haben, ich kann etwas tun, obwohl mir schon damals Einiges ziemlich schwer fiel. Da ich in Hamm die Möglichkeit habe, eine ambulante Reha zu machen, habe ich das dann auch gemacht. Ich fand es sehr gut und würde es auf jeden Fall wiederholen.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Anke, ja, eine ambulante Reha bringt auch schon etwas, aber weiter weg ist auch ganz schön…
      Man hat mit dem normalen Alltag nicht viel am Hut, kann sich voll und ganz auf sich konzentrieren…
      Jeder so wie er mag 🙂 Gruß, Deine Christine!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s