Kindermund tut Wahrheit kund 

Da ich die letzten Tage gehtechnisch eher „mau“ unterwegs war und schwungvoll aus der Hüfte mein linkes Bein nachziehe, habe ich mich doch tatsächlich aufraffen können…

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… meinen Sohn und meinen Rollator zum Supermarkt meines Vertrauens zu bewegen, um ein wenig einzukaufen und Schritte zu machen.

Gesagt, getan. Mein Sohn fuhr mit Elan den Behindertenparkplatz an, um sportlich aus der Karre zu hüpfen. Ein paar ältere Herrschaften guckten ihn ein wenig „miesmuschelhaft“ an, da er ja nun wirklich nicht nach Handicap aussieht.

Als er dann den Rollator und mich aus dem Auto zog, war die Sache klar.

Frohen Mutes humpelte ich los, Schritt für Schritt, Gang für Gang. Auch wenn ich nicht aus jedem etwas brauchte, jeder Schritt zählt….

Als ich dann zum Endspurt ansetzte, hörte ich ein Kind sagen: Mama guck mal! Die Mutter sagte zu ihrem Kind: Ja, die Frau kann nicht richtig laufen, die humpelt…

Autsch, das wollte ich jetzt nicht unbedingt hören, da ich froh war, es bis dahin geschafft zu haben. Aber es stimmt, die Frau humpelt und die Frau, um die es da geht, das bin tatsächlich ich. 😦

Kindermund tut Wahrheit kund.

Ein wenig schmunzelnd schlurfte ich durch die Kasse und setzte mich auf die Bank, da mein Sohn alles weitere erledigte. Zum Glück hat man ja Kinder 😉, die auch schon einmal als B = Begleitperson fungieren können…

Keine 2 Minuten später setze sich ein älterer Herr mit einem Augenzwinkern zu mir und sagte aus voller Inbrunst: Na, müssen Sie sich auch vom schweren Einkauf ausruhen. Ja, das muss ich wirklich, nur mit dem Unterschied, er war doppelt so alt. Grrrrr.

Nicht nur Kindermund tut Wahrheit kund. 😉

In solchen Momenten wird mir wieder einmal klar: Hey Christine, Du bist wirklich nicht ok, du bist krank und gehandicapt. Du brauchst einfach Erholungsphasen und halte diese auch bitte ein, ansonsten geht der Schuss nach hinten los….

In diesem Sinne wünsche ich allen die richtigen Hinweise, um die notwendigen Pausen einzuhalten.

Mit einem zwinkernden Auge grüßt,

Deine Christine!

❤️

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43 Gedanken zu “Kindermund tut Wahrheit kund 

  1. Tja, so ist es. Mit den Handicaps. Unseren Handicaps.
    Wenn mich mein Herr Bechterew mal wieder zwickt und zwackt und ich mich wie Oppa bewege, dann …, dann … ist das so. Ich kann’s nicht ändern und versuche es positiv zu sehen: Mein Herr Bechterew war meine Eintrittskarte für meinen Ausstieg, und seitdem ich keine 40 Stunden in der Woche im Büro sitzen muss, geht es im wahrsten Sinne des Wortes auch besser.
    Dann sag‘ ich mir: es gibt schlimmere Begleiter als deinen Herrn Bechterew, aber auch schönere, für die ich nun mehr Zeit habe 😉
    Viele Grüße – aus dem nasskalten Norden – kein gutes Wetter für Rheumatiker 😦 aber der Frühling naht … 😉

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  2. Liebe Christine,
    auch von mir zur Erheiterung eine kleine Geschichte.
    Mein Arbeitskollege erzählte mir vor einigen Jahren mal, dass er abends mit Frau und Sohn (7) im Dunkeln nach Hause fuhr. Kurz vor dem Ziel sah er einen Polizisten an einer Kreuzung. Da mein Kollege nicht angeschnallt war, holte er dies schnell nach und schon wenige Sekunden später hielt ihn der Polizist an.
    Nach dem Grund fragend sagte der Polizist, dass er gesehen hätte, dass er nicht angeschnallt gewesen sei. Aber da hätte er sich wohl vertan.
    Daraufhin rief sein kleiner Sohn von hinten: „Aber Papa, du warst ja auch gar nicht angeschnallt!“. Der Polizist und mein Kollege fingen laut an zu lachen und der Polizist sagte nur noch: „Fahren Sie bitte angeschnallt weiter!“.
    Soviel zur Ehrlichkeit von Kindern…
    Ich hoffe, ich konnte dich etwas erheitern und ich wünsche dir wie immer alles Gute!
    Liebe Grüße!
    Volker

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  3. Nicole Schulz

    Wie schön es doch einfach ist in Kinderaugen zu gucken. Natürlich glotzen sie dich an. Da ich selbst eine Tochter mit 6 Jahren habe und sie mich ohne MS nicht kennt, ist es nicht so leicht, mit anderen Kindern. Aber ich lächle sie an und sie dürfen am Rollator klingeln oder ggf mit dem Rollstuhl fahren. Da kann ich dann schon Pluspunkte sammeln. Originalspruch meiner Tochter als ich den Rolli bekam:“Manno, jetzt bist du ja wieder schneller.“ 😂😃😄

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    1. Liebe Nicole, das ist so eine herzerfrischende Art. Super. 🙂 Meine Neffen kloppen sich fast schon immer, wer mich mal schieben darf … und wehe ich komme mit dem Rollator um die Ecke… Kinder sind einfach so unbeschwert und frei von negativen Dingen. Toll! LG sendet, Deine Christine!

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  4. Christiane Dorstewitz

    Als mich neulich so ein süßer Fratz mit großem Augen auf meinem Elektromobil begutachtete und nach einiger Zeit etwas schüchtern fragte, ob er auch mal fahren dürfe, tat es mir richtig leid, ihm die Bitte abschlagen zu müssen 😂
    solche und ähnliche Begegnungen erleben wir doch ständig und das ist für mich, obwohl es manchmal etwas weh tut, Integration. 😊
    Ein schöner Beitrag liebe Christine. 💜liche Grüsse

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  5. Ach bei dir ist auch links schlechter.
    Gestern kam schon mal eine Frau in mein Zimmer, das ich ja bald verlassen sollte.
    Sie hat auch ALS aber schon 10 Jahre. Bei ihr verläuft es langsam.
    Sie wurde untersucht. Auch bei ihr ist die linke Seite schlechter.
    Bei mir ja auch.
    deine Bärbel

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  6. Mein kleiner Bruder – damals grad mal nicht ganz 3 Jahre alt – hat zu einer älteren Dame mit Pelzmantel und Pelzmütze an der Kassa vor ihm gesagt: „Du schaust aus wie ein Monster“ – obwohl sonst ein sehr braves Kind;-) – meine Mutter wäre am liebsten im Erdboden versunken …. aber die Dame hatte Humor;-)
    Herzallerliebste Grüße

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  7. Heike

    Gerade die kleineren unter den Kindern sind schonungslos ehrlich. Wir passen ja auch nur schlecht zu dem Bild des immer gut gelaunten, gutaussehenden und topfiten Menschen. Leider herrscht dieses Ideal vor! Ich habe -gerade wegen der Behinderung- vielfältige Bemerkungen zu hören bekommen. Völlig erledigt von der Sitzung beim Friseur torkelte ich über den Gehweg:….nein sowas, schon besoffen am helllichten Tag!.Doch in der Regel wird sofort Hilfe angeboten, manches Mal auch der Antrieb seine eigenen Problemchen vorzubringen.

    Mein Neffe mit 3 Jahren sagt: Heike hat Aua Bein Punkt . Also lass die Hüfte weiterschwingen und hab‘ ein schönes WE,
    Deine Heike 😘

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  8. Ich könnte mir endlos T-Shirts mit Kindermund-Sprüchen meiner Kids bedrucken lassen.
    (Hab ich schon getan …)
    Jüngstes Beispiel.
    Tochter hat Nudelsalat gemacht.
    Sohn nimmt sich dritte Portion. „Mhm, lecker. Ist vegetarisch?“
    „Öhm, nö, war nur kein Fleisch mehr da.“

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  9. Liebe Christine,
    Kinder sagen immer was sie denken. Manchmal muss man schlucken, wenn man ihre Wahrheiten anhören muss. Du tust das mit einem Augenzwinkern, ich mache das auch so.
    Ein Beispiel aus meinem Alltag:
    Jonathan 7 J. alt
    „Du, Regina, wir haben ein Buch von dir in der Bibliothek gefunden. Wir haben es auch mit nach Hause genommen!“
    Ich freue mich natürlich darüber, bis er sagt:
    „Gelesen habe ich es aber nicht, es ist stinklangweilig!“
    Schluck!
    Zwinkergruß und ein schönes Wochenende dir
    Regina

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