Brief an meinen Rollstuhl … 

… so ein Quatsch? Finde ich nicht, da wir beide eine ganz besondere Beziehung haben…

Der Brief an meinen Rollstuhl bringt es quasi auf den Punkt.

Wir haben uns zwar nicht gesucht und gefunden, es war nicht die Liebe auf den ersten Blick und das Thema Rollstuhl kam für mich ja so gar nicht in die Tüte… Aber:

Versuch macht klug und da ich keine Lust mehr hatte doof aus dem Fenster zu glotzen, meinen minimalen Radius weiter zu verkleinern, da meine gute Laune und positive Grundeinstellung auch so langsam verschwand, habe ich es probiert.

Zwar war ich sehr skeptisch, bockig, unsicher und meine ersten Gedanken waren natürlich: Was soll ich mit so einer Karre??? Ich? Never, ever!!! 😦

Aber auch Deine Christine ist manchmal belehrbar und wir haben uns zögerlich herangetastet, langsam angenähert und schließlich gesucht und gefunden. 😉

Lieber Rollstuhl, du hast mir so viel mehr Lebensqualität geschenkt, du machst mir Freude, Spaß und mich wirklich mobil. Mein Aktionsradius hat sich um ein Vielfaches gesteigert, ich bin durch dich unabhängig, spare enorm viel Kraft, Nerven und habe infolgedessen sehr viel mehr Energie für andere Dinge.

Du bringst mir Erleichterung, außerdem bist Du stylisch, cool, chic, einfach wunderbar. 🙂 Auf dich ist Verlaß und wir beide passen schon ganz gut zusammen.

Egal wo wir sind, gemeinsam schaffen wir es und ich bin so froh, dich gefunden zu haben.

Wir können eine Schifffahrt machen:


Oder machen die Shopping Mall unsicher:


Sind gerne im Café oder Restaurant unterwegs:



Fahren zum Rehasport:


Machen die Museen unsicher:


Wir rauschen im Süden, sowie im Norden herum:



Du wartest auf mich, wenn ich mal wieder kurzfristig wohin muss 😉 :



Ob beim Langlauf in den Bergen oder im Après Ski Laden um die Ecke:


Sogar eine tollen Spazierfahrt durch die Rapsfelder ist mit dir möglich:

Was ich damit sagen will, auch mit Rollstuhl ist das Leben nicht zu Ende und es geht noch etwas, nur ein wenig anders. Und dieses anders muss herausgefunden werden. Das ist die große Kunst … 😉

Viel Erfolg dabei wünscht,

Deine Christine!

https://translate.google.de/?hl=de&tab=mT

 

 

 

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72 Gedanken zu “Brief an meinen Rollstuhl … 

  1. Pingback: Nicht nur sauber, sondern rein… – Deine Christine!

  2. Pingback: Rückblick & Danke sagen … – Deine Christine!

  3. Liebe Christine,
    gerade erst habe ich deinen Post entdeckt und es war wie ein DejaVue. Meine Mutter hat sich bestimmt 10 Jahre gegen Hilfsmittel verschlossen, sie doch nicht.

    Tolle Ärzte haben sie nun zu einem Rollator überredet und nun liebt sie ihren „Porsche“ unter den Rollator en, schenkt er ihr doch Freiheit und Eigenständigkeit.

    Ich wünsche dir und deinem „Ferrari“-Rolli eine tolle, erlebnisreiche Zeit miteinander

    Ela

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    1. Danke liebe Ela. Als gesunder Mensch kann man sich das kaum vorstellen, aber wenn man drauf angewiesen ist, sich drauf einlässt, dann ist man wirklich heilfroh ein Stück mehr Lebensqualität zurück zu bekommen 👍😉 schön, wenn Deine Ma es zugelassen hat 👍🍀
      Herzliche Grüße, Deine Christine!

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  4. Jan-Tobias

    Hallo Christine!

    Was Du schreibst kommt mir alles so bekannt vor…. Wir haben sogar das gleiche Rollimodell. Habe zwar andere gesundheitliche Probleme, die meine Laufstrecke einschränken, doch unterm Strich bin ich sehr glücklich, im Bedarfsfall einen Rollstuhl zu haben. Bin einer Freundin sehr dankbar, daß sie mir damals ihren Zweitrollstuhl aufgedrängt hat. Allein wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen und hätte dann definitiv viel vom Leben verpasst.

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    1. Hallo Jan-Tobias!
      Ja, manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden… Zuerst auch nicht begeistert, aber, es hat sich gelohnt und jetzt bin ich heilfroh ihn zu haben 😊👍 Alles Liebe und Gute für Dich, Deine Christine!

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  5. Hallo Christine,

    Bin sehr berührt von deinem Text und auch von den Bildern …

    Ich hab „es“ nur mal vorübergehend… ein paar Monate… ist auch ganz anders, hab nur so ein kleines Leih-Dings mit dem ich mich auch nicht alleine raus trau… wenn man da keine Muckis hat in den Armen und mitten in der Stadt, da krieg ich die Panik… aber wie gesagt, ich werd – wenn jetzt nix Unvorhergesehenes mehr passiert – wieder laufen können, bin schon wieder auf dem aufsteigenden Ast …. laaaaaaangsaaaaaaaaam…
    Jaaaaaa …. berührt…. eine Freundin hat MS und es ist ihr ständiger Horror, ihr Albtraum „im Rollstuhl zu landen“….

    Mut
    Mutig sein
    Mut machen

    …..

    Alles Liebe von Ananda

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    1. Anada, Dankeschön. Ja, keiner möchte unbedingt sich im Rollstuhl wiederfinden, aber wenn es dann doch so weit ist, dann lernt man den Rolli zu schätzen und nimmt das Hilfsmittel gerne an. 😉😊👍 Ich wünsche gute Besserung und schnelles fit werden, für deine Freundin einen guten Verlauf.
      Herzliche Grüße, Deine Christine!

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  6. Lisa

    Dein Brief ist großartig!!! Mir ging und geht es genauso. Das erste mal mit der Idee Rollstuhl konfrontiert, war ich ablehnend und wollte ihn nicht. Mittlerweile liebe ich ihn bzw. sie (sie heißt Lexi). Und ich freue mich jeden Tag über meine wieder gewonnene Mobilität und Selbstständigkeit. Viel Spaß und Lebensfreude euch beiden weiterhin 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa

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    1. Danke liebe Lisa!
      Ja, man muss sich erst einmal gedanklich überwinden und dann, ja dann geht es doch ganz gut 😉 Schön, wenn Du auch so empfindest. Allzeit gute Fahrt und viel Spaß & Lebensfreude weiterhin!
      Deine Christine!

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  7. Liebste Grüsse an dein Bauchgefühl, das so wundervolle Worte hervorzaubert und das Wesentliche erkennt. Ich freue mich sehr, das alles hier lesen zu dürfen. Wenn ich von der Arbeit zurück bin, werde ich nochmal bei dir vorbeischauen 🙂

    Herzliche Grüsse und einen schönen Tag wünsche ich dir,
    Christel

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  8. Diana Hack

    Hallo dein Brief ist sehr schön ich bin 21 und sitze selbst seit drei Jahren im Rolli und er ist mittlerweile mein bester Freund und ich wüste nicht was ich ohne ihn machen sollte. Für mich persönlich war es zwar kein problem meine Rolli anzunehmen aber ich hatte auch supper Hilfe. Ich finde die Idee mit dem Brief supper und ist sehr schön geschrieben. Der Brief kann bestimmt auch Menschen helfen die noch angst davor haben ihn anzunehmen.

    Ich wünsche dir noch viel Freude und schöne Erfahrungen mit deinem Rolli
    Diana

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    1. Liebe Diana!
      Das der Brief so gut ankommt, damit habe ich gar nicht gerechnet, denn der Beitrag ist aus dem Bauch heraus entstanden, da ich mittlerweile echt froh bin den Rolli zu haben…
      Schön, wenn Du so gut und mit Hilfe den Rolli annehmen konntest 👍🍀 und wenn jetzt durch den Beitrag vielleicht einige Leutchen die Angst verlieren, oder einen Versuch wagen, umso besser 👍😊😉 alles Liebe & Gute,
      Deine Christine!

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  9. Liebe Christine,
    ein sehr guter Beitrag ohne Polemik , ästhetisch pragmatisch lebendig der kleine Kerl !
    Eine Freundin von mir hat auch MS und sich lange gesträubt in einen Rollstuhl zu “ steigen „.
    Ihr Mann ist im Medizin/ Technik – Bereich tätig und hat ihr einen ganz zierlichen, – denn sie ist zierlich, elektrischen Rollstuhl besorgt. Nun sehe ich sie oft in der Kleinstadt über die Kreuzungen düsen, denn sie geht zu gern ( fährt also jetzt ) in das hübsche Ladengeschäft ihrer Freundin und bleibt ohne Stress dort ein Weilchen.
    Alles Liebe,
    Angela

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    1. Liebe Angela,
      das hört sich doch wunderbar an 🙂 Ich denke sie hat dann doch die Vorteile erkannt und kann das Leben weiter genießen, auch mit MS. Schön, das freut mich.
      Liebe Grüße an Dich und die zierliche Freundin,
      Deine Christine!

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  10. Ich finde es grandios wenn Menschen erkennen das sie mit Hilfsmitteln (Rolli oder Rollator) sich mehr Sicherheit und Freiheit gönnen. Ich selbst an MS erkrankt habe diese Einschränkung noch nicht, doch ich bewundere jeden der nicht klagt sondern kämpft. Meine Lebensgefährtin ist auf diese Mittel angewiesen. Aber ändert es was an der Person? an den Gefühlen? Nein .! Menschen ergänzen sich und gleichen Defiziete gegeneinander aus. Dir alles gute Christine 🙂

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    1. Danke lieber Uwe 🙂
      Schön wenn man noch nicht auf Hilfsmittel angewiesen ist…. aber auch schön, dass es diese gibt. Im Falle eines Falles kann man auf sie zurückgreifen und so aktiv am Leben teilnehmen. – Und es stimmt, die Person bleibt, ob sitzend oder stehend 😉 Auch wenn das oft einige Menschen nicht verstehen und sich distanzieren, aber auf diese kann man dann auch getrost verzichten!
      Wir machen weiter und lassen uns durch die MS nicht in die Knie zwingen 😉 Liebe Grüße an Dich, Deine Christine!

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  11. Heike

    Wichtig noch zu erwähnen, dass man sich vorher gut informieren sollte, welcher Rollstuhl den eigenen Bedürfnissen entspricht. Bei der Menge an Anbietern und Modellen ist das nicht so einfach. Schließlich wird er zum Begleiter und sollte deshalb auch richtig passen! Alleine fahren, evt. ins Auto verladen, das sollte vorher probiert werden. Sonst ist die Enttäuschung umso größer, wenn man eine 08/15 Versorgung bekommt
    Oft hilfreich ist der Austausch mit erfahrenen Besitzern! 🍀🐞🍀

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  12. Heike

    Stell‘ Dir mal vor, wir hätten keinen Rolli besessen bei unserem gestrigen Shopping-Marathon!😊
    Allein der Weg ins Café zum Frühstück hätte uns schon alles abverlangt am gestrigen Tag! Und die Stunden danach haben wir auch locker gemeistert.

    Mir hat man bereits in der ersten Reha – 1999, da habe ich noch nichts benötigt – bereits in der Rollstuhlabteilung des Quellenhofes, einen Rollstuhl angepasst und er wurde nach meinen Bedürfnissen gebaut. Darüber bin ich heute immer noch dankbar, denn ich hatte stets das Gefühl Unterstützung zu haben. Allein der Gedanke immer darauf zurückgreifen zu können hat mir Kraft gegeben.
    Außerdem kenne ich heute meine Bedürfnisse und weiß gut, worauf zu achten ist

    Und in dieser geschützten Atmosphäre, die ich immer liebevoll Käseglocke nenne, fällt es garnicht so schwer ein Hilfsmittel zu probieren.

    Es war ein schöner Tag mit Dir, hoffentlich bald wieder!

    Herzlichst, Deine Heike😘😘😘

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    1. Liebe Heike,
      unsere gemeinsamen Tage sind doch eigentlich immer super :-). Und ja, die Rolliabteilung im Quellenhof hilft wirklich richtig gut weiter…. Dort habe ich auch die ersten zarten Versuche gestartet… und bin nach wie vor begeistert. Selbst wenn man nicht aktuell in der Reha ist, hat man die Möglichkeit kurz zu telefonieren und nachzufragen…
      Ein sehr schönes Gefühl :-). Danke nochmals an dieser Stelle. –
      Liebe Heike, bis ganz sicher bald,
      Deine Christine!

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  13. Ein sehr schönes Portrait hast Du da von Deinem Rollstuhl erstellt.
    Gut, dass Du so ein persönliches Verhältnis zu ihm hast, ist er doch Dein täglicher Begleiter und Helfer! Ich kann es gut verstehen, dass Du zunächst gezögert hast, mir ging es auch schon mit ganz harmlosen so ähnlich, wie Dir. Beim Rollstuhl, falls ich mal einen brauchen sollte, wäre das vielleicht sogar anders. Als Kind wünschte ich mir immer so sehr ein Tretauto (und bekam es natürlich nie…).

    Ich wünsche Dir noch viele schöne unternehmungslustige Tage zusammen mit Deinem mobilen Gefährt (-en)!

    Alles Gute und leiben Gruß, M.!

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    1. Danke für die Blumen, ja, wir sind mittlerweile ein super Team und verstehen uns ganz gut 😉 Ohne, wäre ich echt aufgeschmissen. – Es bedeutet immer erst Mut, verbunden mit Angst und Unsicherheit, aber wenn man erst einmal den Schritt gewagt hat, dann ist es wunderbar.- Trotzdem darf man seine eigene Mobilität nicht vernachlässigen und muss die Restbeweglichkeit trainieren … darf nicht faul werden… nicht immer einfach 😉
      Ich wünsche Dir alles Liebe & Gute, bis bald, Deine Christine!

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      1. Ja, die eigene Beweglichkeit!
        Da sind wir doch alle in Gefahr, sie zu vernachlässigen, weil es halt „bequemer“ ist, einfach auf „der faulen Haut“ sitzen zu bleiben, oder eben „Mobilitäts-Hilfsmittel“ zu nehmen. Aber mir geht es so, dass –einmal in Bewegung– es sich auch ganz gut anfühlt.

        Herzlichen Dank für Deine guten Wünsche!
        Lieben Gruß, M.!

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  14. Ich habe die Scheu davor bei einem guten Freund mit einem ganz anderen Krankheitsbild mitbekommen. Aber nun hat er sie überwunden und sich damit auseinandergesetzt und somit seinen Aktionsradius erweitert, den er mit COPD im Endstadium fast völlig verloren hatte.

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    1. Ja und gerade diese Patienten müssen ja auch sehr ihre Kräfte einteilen und sich schonen und deshalb war das genau die richtige Entscheidung von deinem Freund 🙂 Jetzt macht das Leben wieder ein wenig mehr Spaß….
      Alles Gute für Euch, Deine Christine!

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  15. Schließe mich Katrin an, ein super Beitrag von Dir! Ich habe einen E-Rolli und er ist mein bester Partner, der es mir ermöglicht bis zu 30 Kilometer, auch im Wald und Feldwege nur nicht auf der Straße, zu fahren. Es ist ein enormer Zugewinn für die Lebensqualität und Teilhabe! Hier auf dem Land kennt man mich und meinen Schnüffelpüffel, weil wir bei Wind und Wetter unterwegs sind. Die Menschen begegnen mir mit Freundlichkeit und so habe ich manches Mal nette Gespräche. Christine hat vollkommen Recht, es gibt einem ein großes Stück Freiheit zurück! Warum sollte ich solch einen Partner ablehnen? Er macht Mut und macht Abwechslung möglich!

    Danke Christine!😉

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    1. Ja, so sehe ich das auch.. Überall komme ich natürlich nicht mit meinem Rolli durch, Waldwege sind dann sehr beschwerlich und 30 km schaffe ich definitiv nicht ;-), aber man kann ja immer noch nachrüsten, aufrüsten…. zur Zeit bin ich mit meinem Feuerstuhl sehr gut zufrieden und sollte ich mehr Unterstüzung brauchen, hole ich mir diese :-). Ich denke gerade die, die bereits den Schritt gewagt haben, können das sehr gut nachempfinden was ich geschrieben habe und wer weiß, vielleicht ist durch diesen Beitrag, der Schreck ein wenig genommen 🙂 … Schön, wenn Du es auch so siehst. Alles Liebe & Gute für Ecuh .. Deine Christine!

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    1. Vielen Dank liebe Katrin, das wäre ja wirklich schön, denn der Rolli ist ja nur ein Hilfsmittel, ähnlich wie eine Brille 😉 ok, ein wenig größer und ein größerer Schritt, aber auch Du kannst bestimmt bestätigen…. wir können mit Rollstuhl noch weiter an vielen Aktionen teilnehmen, die ohne einfach nicht mehr möglich wären. Oder? – Fatigue, das habe ich natürlich auch, aber dem schenke ich nicht so viel Beachtung. Wenn ich nicht mehr kann, dann ruhe ich mich aus. Eine bessere Lösung habe ich noch nicht gefunden 😉
      LG an Dich

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