Abgehängt 

Das Wort passt doch wie die Faust aufs Auge. Abgehängt durch:

Die Multiple Sklerose.

Sicherlich kommt dem einen oder anderen dieses Gefühl irgendwie bekannt vor, denn eigentlich hatten wir einen anderen Plan, wie wir das Leben gestalten, erleben und vor allen Dingen leben wollten.

Abgehängt vom eigenen Körper, auf den man sich nicht mehr verlassen kann, da er nicht mehr in vollem Maße kontrollierbar und steuerbar ist.

Abgehängt vom Gemeinschaftsgefühl, da man plötzlich nicht mehr richtig dazugehört, da man das Tempo nicht mehr halten und mitgehen kann.

Abgehängt von den Freunden, die ihr Leben einfach leben können, ohne Rücksicht auf Verluste.

Abgehängt vom Beruf. Die Kollegen/Kommilitonen haben es geschafft, sie arbeiten, machen Karriere und stehen mit beiden Beinen fest im Leben.

Abgehängt vom Sport, da man die Leistung nicht mehr bringen kann und nur noch „hinterherhechtet“ ohne Aussicht auf Erfolg.

Abgehängt vom normalen Alltag, der auf einmal ganz anders ist und so definitiv nicht gewünscht war.

Abgehängt von vielen Menschen, die man auf einmal nur noch von hinten sieht.

Abgehängt vom eigenen Lebenstraum, der auf einmal nicht mehr zu erreichen ist.

Abgehängt könnte ich jetzt noch unendlich weiter fortführen, nur hilft es uns leider nicht weiter.

Ja, auch Deine Christine hatte einen völlig anderen Lebensplan und musste sich davon verabschieden. Was mir natürlich nach wie vor überhaupt nicht gefällt und an die Nerven geht, da ich so schlecht loslassen kann …

Ich denke das WICHTIGSTE ist, unser eigenes Ich wird nicht abgehängt, geht nicht verloren… auch wenn es diese Tage gibt:

  • an denen man etwas vor Wut gegen die Wand schmeißen könnte
  • an denen man den MS-Plan verbrennen möchte
  • an denen man die MS hasst und die ganze Welt ungerecht findet
  • an denen man mutlos und unendlich traurig ist …

Aber: Abgehängt ist nicht gleich abgehängt…

Denn wenn wir bei uns bleiben, auf uns Acht geben und am Gleiswechsel nicht verzweifeln, dann können wir den richtigen Schub aus einer neuen, anderen Richtung bekommen.

Dann können wir uns an etwas ganz Neuem erfreuen und uns dort dranhängen, anhängen…

Ich habe z. B. meinen Blog und euch dazugewonnen, ich habe mich rangehängt und viele wunderbare Bekanntschaften, Freundschaften geschlossen und Erlebnisse gehabt, die so sonst nie zustande gekommen wären. Danke dafür.

Wo wurdest du abgehängt und hast dich neu erfunden, gefunden, dran- oder angehängt?

In diesem Sinne hängt euch alle an den PC und schreibt mir eure Gefühle, Pläne und Planänderungen auf.

Ich bin sehr gespannt 👍😊 und sage für heute.

Vielen Dank!

Deine Christine!

❤️

Photo by Pixabay

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62 Gedanken zu “Abgehängt 

  1. Liebe Deine Christine,
    nun habe ich alle Kommentare gelesen und alle Antworten. Eine ganze Menge. Hier begegnen sich eine Vielzahl an Lesern. Empathische Menschen, die angesprochen wurden, zuhörten und nachspürten. Was mehr kann man mit Worten erreichen, Aufmerksamkeit und eine Folge von gedanklichen Prozessen.
    Mit dem Wort „Abgehängt“, hast du dir einen Wagen voller Schätze angehängt. Ich nenne es mal Lebensweisheiten, Lebenserfahrungen, Lebenswege, trotz Steine, An – Abstiege, Weggabelungen. Und ich bemerke, eine völlige Unaufgeregtheit. Es ist, wie es ist und damit kann man die Krankheit annehmen. Das Unabänderliche annehmen, verhilft einem mitunter zu den größten Erfolgen.
    LG. Monika

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    1. Liebe Monika,
      das hast du sehr schön geschrieben und zusammengefaßt. Meine Leser sind wirklich große Schätze, die ich dazugewonnen habe. Es tut sehr gut, sich auszutauschen, sich gemeinsam zu unterstützen und zusammen loszufahren…. Auch das ist für uns Erkrankte wichtig und sehr hilfreich. Da ist ein Gefühl vom nicht Alleinesein und man freut sich auf den regen Austausch.
      Nochmals vielen Dank für die schönen Worte.
      Herzliche Grüße sendet,
      Deine Christine

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  2. Liebe Christine,
    du bist ein ganz besonderer Mensch, und ich fühle mich überaus beschenkt durch die Tatsache, dass ich dich übers Bloggen kennenlernen durfte.
    Bleib so, wie du bist!
    Und fühle dich nicht „abgehängt“ von den vermeintlich „fitten“.
    Im Gegenteil: Was Empathie und Lebensfreude angeht, können diese Leute sich glücklich schätzen, wenn sie sich an deine Lokomotive drangängen dürfen!
    Nur leider verstehen viele von ihnen nicht, dass ein Leben auvh abseits von Erfolg, Gewinnern sonstigen und Fleißkärtchensammlern zu bieten hat – worauf du mit deinen wunderbaren Kolumnen aus immer neue unser Augenmerk zu richten verstehst!
    Herzlichst, Katharina

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    1. Liebe Katharina,
      vielen Dank für die lieben Worte und ich bin auch sehr froh dich hier gefunden zu haben. 🙂
      Die Lebensfreude nimmt mir die MS nicht, denn dann hat sie gewonnen und das geht auf keinen Fall. Auch wenn man mal zwischenzeitlich einen Hänger hat…
      Ich habe mittlerweile schon so viele Menschen mit MS getroffen, kennengelernt und ganz ehrlich, die meisten von ihnen sind sehr empathische und liebenswerte Personen die mit ihrer Art und Weise die Fitten und wie du so schön schreibst die Fleißkärtchensammler übertrumpfen…
      Wir müssen uns umstellen, einrichten und weitermachen.
      In diesem Sinne, einen schönen Gruß an die Wikinger 😉 und bis bald,
      herzliche Grüße sendet,
      Deine Christine ❤

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  3. Liebe Christine,

    abgehängt? Ich fühlte mich eher eine Weile ausgeschlossen. Genauer gesagt, nach der Diagnose. Die hat alles durchgeschüttelt und für einen Moment Chaos ausgelöst. Ich habe so einige fiese Verluste gehabt. Menschen, die nicht mehr mit mir leben konnten oder wollten, weil ich MS hab. Im Job im ersten Moment, weil mich keiner mehr wollte. Viele andere Sachen. Aber ich habe weiter gemacht und meine kleine Lok wieder auf die Schienen gestellt. Langsam, weil ich das Gleis (Einstellung und auch Ansichten) verändern musste. Aber ich bin von Natur aus ein hartnäckiger Mensch und lasse mich nicht so einfach entmutigen. Es gab Rückschläge, es gab ab und an einen Tritt, den ich ab bekommen habe, aber irgendwann stand sie dort, wo sie stehen musste, um loszustampfen. Gut, es ist kein ICE. Diese Lok steht aber trotzdem mächtig unter Dampf und aus dem Abhängen wurde erst ein Hinterherstampfen, dann ein Aufholen und dann am Ende etwas Neues. Eine neue Lebensart, die bewusster, intensiver und besser ist als das, was davor war. Warum? Ich glaube, ich nehme anders war (vielleicht weil ich viele Sachen hinter mir lassen musste, was z. B. Sport betrifft), bin dankbar für das, was da ist (anderer Sport) und genieße anders, besser.

    Für mich war Abhängen eine Veränderung die einen Prozess ausgelöst hat, mit dem ich so nie gerechnet hatte. Einfach ist auch anders, das war alles andere als einfach, aber ich nahm meine persönliche Herausforderung an und bin so ab und an an dem einen oder anderen, der mich abgehängt hatte fröhlich winkend vorbeigedampft.

    Woher es kommt? Von der Resilienz, die in mir ruht und dem Willen, das Beste aus dem zu machen, was da ist. Etwas, das ich mit meiner Oma gemeinsam habe, die ich nur mit Nadeln und Wolle strickend erlebte. Wenn die Sockenwolle nicht reicht, dann nimmt man ein anderes Garn aus der eigenen Reserve und strickt was dazu. Am Ende ist es eins und sieht oft besser aus als das, was am Anfang gedacht war, so gleichmäßig und schön es gewesen sein könnte ist es am Ende das Unperfekte, das neu zusammen Gewürfelte, das irgendwie reizvoller ist. Und dich am Ende wieder anhängt. An andere Züge, die aber oft besser sind oder eben anders schön.

    Mein Zug ist – trotz MS – besser. Und gut so. Wie meine Socken, die ich heute – meiner Oma gleich- ab und an mit Restwolle aufbessere, weil das Originalgarn vielleicht nicht ganz reicht, was ab und an passieren kann.

    Soweit meine Metapher am Abend!

    Ganz liebe Grüße
    Birgit

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    1. Liebe Birgit,
      vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar, der deine Gedanken und Gefühle sehr schön erklärt. – Die Erfahrungen die du gemacht hast mit der MS waren sicherlich anfänglich sehr hart und schwer zu verstehen, aber wenn ich dann weiterlese, dann kommt ein breites Grinsen über mein Gesicht gehuscht, weil du dich sehr gut zurück auf die Schienen gestellt hast.
      Deine Oma ist wirklich eine sehr kluge Frau und hat dich quasi mit ihrem Trick aus der Reserve gelockt und zurück ins Leben geschoben…
      Wunderbar. 🙂
      Die neu aufgestellte Lok gefällt mir sehr gut, da sie auf sich Acht gibt, besonnen handelt, die Lage einschätzt und dann losdüst…
      Das spiegelt auch dein Blog Fräulein Trulla schön wieder, den ich sehr gerne lese! Du setzt dich mit den Themen auseinander und düst dann weiter …..
      Ich wünsche dir weiterhin allzeit gute Fahrt und freue mich von dir zu hören, dich zu lesen und im besten Fall wirklich einmal zu treffen.
      Bis dahin ganz liebe Grüße,
      Deine Christine! ❤

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  4. Liebe Christine,

    ich finde Deinen Beitrag sehr gut! Bei dem Thema abgehängt fühlen sich mit Sicherheit ganz viele Menschen angesprochen! Dennoch gibt es sicherlich Unterschiede nämlich darin, ob es ein abgehängt auf Zeit ist mit der Chance auf wieder teilhaben können gibt oder ein angehängt für den Rest seines Lebens.
    Die letztere Variante ist bedeutend schwieriger!

    Für mich gab es dafür nur eine Lösung nämlich etwas alternativ zu finden, dass mich glücklich macht!Wenn nicht sogar noch glücklicher! Wenn ich mir ständig vor Augen halte, was ich alles nicht mehr machen kann, dann ist mein Tag nur noch besch……-eiden!😴 Deswegen, wenn ich mich angehängt fühle, dann suche ich mir einen anderen Weg, denn der kann sogar noch viel schöner sein, als der den alle gehen!

    Klar ist aber auch, jeder muss es ganz alleine für sich entscheiden, wie er damit umgeht! Ich schreibe hier einfach nur, wie ich dass lebe! Meine Freundin MS ist jedenfalls nicht langweilig, mit ihrer Unberechenbarkeit! Sie fordert mich heraus und prüft mich, was halte ich aus und vor allem was mache ich daraus. Die blöde Kuh (MS) bringt mich natürlich auch des öfteren zur Weißglut aber ich ich habe gelernt tief durch zu atmen und mir zu sagen, morgen hab ich wieder das sagen, Punkt. Und ihr glaubt es vielleicht nicht, aber es hilft, nicht immer aber immer öfter!😜

    In diesem Sinne bleibt alle tapfer!❤✌ und Du Christine sei ❤umärmelt!

    LG Babsi

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    1. Liebe Babsi,
      jetzt muss ich lächeln, da ich ja eh ein riesiger Fan von dir und deiner Kunst bin (ein Blick auf Babsis Blog kunstschaffende lohnt sich wirklich) und auch von deiner so positiven Einstellung. Du bist eigentlich das beste Beispiel dafür, dass es immer weiter geht und das man auch mit einer blöden Grunderkrankung leben kann. Mal besser, mal schlechter, gerade so, wie die doofe MS Kuh tickt 😉 . Schön, dass wir uns hier gefunden haben. Und das technische Problem mit der Datei werde ich angehen, versprochen.
      Alles Liebe und eine dicke Umarmung für dich,
      Deine Christine ❤

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  5. Meine liebe Christine! Du bist so wunderbar und so mutig und den meisten Mut zeigst du durch deine ehrliche Offenheit. Wir wissen beide das viele, sehr wahrscheinlich bedingt durch deren Umfeld, nicht offen mit Ängste, sorgen und Emotionalitäten umgehen können da man Angst hat noch schneller “ angegriffen“ zu werden und noch verletzlicher zu sein.
    Wir wissen aber auch wie wichtig es ist gerade mit Provokation, Witz und Authentizität den Weg frei zu machen für einen ehrlichen und toleranten Umgang die ganz selbstverständlich zu unserem aller Leben dazu gehören sollten. Also, häng sie alle ab 🙂
    Dir weiterhin und sowieso das Beste vom Besten und es ist mir eine ehre dich zu kennen! Dicken Kuss, deine Mo

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    1. Liebe Mo,
      ich finde es sehr wichtig ehrlich und authentisch zu sein, denn nur so können wir voneinander profitieren, uns austauschen… Angst spielt bei vielen Krankheiten eine große Rolle und ist eine völlig normale Reaktion. Es kommt ja so viel Neues und oft Ungewisses auf einen zu… wie soll man das bewerkstelligen, Fragen kommen auf…. und deshalb ist es sehr gut, wenn wir uns alle vernetzen und zusammen den Weg gehen.
      Liebe Mo einen schönen Abend wünsche ich , Deine Christine ❤

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  6. Hallo liebe Christine, auch wenn es nicht immer sichtbar ist, haben wir früher oder später alle unsere Päckchen zu tragen. Manche schwerer, manche leichter, oft hängt es davon ab, wie wir selbst darauf blicken. Es kommt doch eh immer anders, als wir denken. Und ich finde es großartig, wie du trotz manch schwieriger Phasen, immer wieder weitermachst und damit Vorbild und Unterstützung für andere bist. Ich drücke dich, liebe Grüße, Annette
    P.S. Kommenden Sonntag werde ich einen Beitrag auf meinem Blog veröffentlichen, der zum Thema passt. Mehr möchte ich noch nicht verraten 😉

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    1. Hallo liebe Annette,
      ja, das stimmt allerdings… jeder hat sein ganz individuelles Päckchen zu tragen und jeder muss es für sich bewältigen. – Die Sicht auf die Dinge macht enorm viel aus und das versuche ich tagtäglich umzusetzen. Oft gelingt es sehr gut. An manchen Tagen schlecht und das ist auch normal…. Auf das Wochenende mit deiner Ankündigung bin ich sehr gespannt…. liebe Grüße sendet,
      Deine Christine! ❤

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  7. Liebe Christine, das Leben stellt einen vor große Herausforderungen und manchmal weiß man nicht weiter…es gibt keinen Leitfaden. Ich finde es absolut bewundernswert, wie du dein Leben so positiv meisterst, auch wenn es an manchen Tagen schwerfällt🍀🍀🍀. Ich war durch einen komplizierten Mittelfussbruch für ein halbes Jahr bewegungseingeschränkt, da werden ganz alltäglich Dinge zu einer Hürde. Auch das Rollstuhlfahren…wieviele Bordsteinkanten gibt es, wieviele Toiletten in Cafés sind nur durch Stufen erreichbar. Ich schicke dir gaaanz viel positive Energie und ganz liebe Grüße, Andrea🤗

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  8. Liebe Christine,

    ich finde es immer wunderbar und sehr bewundernswert, dass du – egal wie grottig schlechte Tage sich dazwischenzwängen mögen – im tiefsten Innern positiv bleibst und nach vorne siehst. Dich nicht an dem verbeißt, was sich zu ändern nicht in deiner (oder sonst jemanden) Macht steht und daran womöglich verzweifelst. Leider ist es ja so, dass gerade das den Blick dauerhaft so trüben würde, dass die Lichtblicke und ein Vorankommen, positive Ereignisse etc. einem einfach nicht mehr klarwerden, nicht mehr sichtbar sind.
    Ich bin nicht von MS betroffen, doch ich habe schon mehrfach erleben müssen, das das Schicksal (Tod, Krankheit) es ganz anders wollte und so immense Planänderungen mit sich gebracht hat. Das kommt oft daher, als wäre die Keule geschwungen worden. Dann bleibt einem nur die Möglichkeit, sich nach dem ersten Schock zu schütteln, aufzurappeln und danach bewusst gelassen und besonnen zu reagieren. Mit kleinen, tastenden Schritten wieder voranzugehen. Mit der neuen Situation klarzukommen. Manchmal sind die neuen Wege gar nicht so schlecht. Und man kann nicht dauernd zornig gegen alles an. Kämpfen ja, Ehrgeiz entwickeln ja, aber nicht gegen jede Vernunft und immer wie mit dem Kopf gegen die Wand.

    Christine, du machst das echt klasse. Für dich und deine Situation – aber auch via Blog für all deine ebenfalls MS-erkrankten Leser! Was du mitteilst (authentisch!) oder ansprichst ist so aufbauend, hilfreich und ich glaube, jeder geht stets in einer besseren Verfassung als er hergekommen ist.

    Liebe Grüße!
    Michèle

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    1. Liebe Michéle,
      danke für diesen sehr schönen Kommentar. Da werde ich gleich ein Stück größer und ich hoffe wirklich, dass das meinen Lesern so ergeht.
      Es soll positiv sein, Spaß machen und uns gegenseitig aufbauen. Klar gibt es echt miese Tage, die jedem gestattet sind, aber im Endeffekt sollte es für uns positiv weitergehen. Und wenn nur ein Leser ein gutes Gefühl hat, wenn er meine Beiträge liest, dann habe ich doch schon ganz schön viel erreicht und freue mich wie Bolle ;-).
      Ich finde man muss sich Lichtblicke, Erinnerungen schaffen, denn die sind so kostbar und kann uns keiner mehr nehmen… egal wie die MS weiter verläuft. – Leider bin ich ja auch eher der ehrgeizige Typ und will das Vorgenomme unbedingt erreichen, … aber manchmal muss auch ich sagen, jetzt ist es wirklich gut, es muss nicht pathologisch werden 😉 ….
      Jetzt heißt es wieder für uns alle step by step in die richtige Richtung gehen… in diesem Sinne wünsche ich auch dir, positive Erlebnisse und eine schöne Restwoche.
      Liebe Grüße!
      Deine Christine ❤

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  9. Nacho

    Liebe Christine,
    als ich deine Zeilen las, hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Ich bin zwar gesundheitlich ebenfalls angegriffen (Krebs), aber ich war gerade mit meinem neuen Roller unterwegs, habe den kommenden Frühling genossen und hänge jetzt auf dem Sofa ab. Alles Dinge, die du sicher nicht mehr tun kannst. Von meiner Bewegungsfähigkeit würde ich dir gerne etwas abgeben. Leider geht das nicht. Aber was ich dir geben könnte, wäre ein Gefühl von Freundschaft, wenn du es brauchst. Ich vermute zwar, dass du neben deiner Familie auch viele Freundinnen und Freunde hast, aber sollte trotzdem mal Not am Mann sein, würde ich versuchen, für dich da zu sein. Mehr als das kann ich dir nicht geben, aber das wäre mein Ziel.
    Sei herzlich gegrüßt, Achim

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    1. Lieber Achim,
      das ist wirklich total lieb von dir und das Angebot weiss ich wirklich sehr zu schätzen. – Erst einmal gute Besserung für dich, ich hoffe du hast es geschafft und kannst das Leben in vollen Zügen genießen. Ich gönne es dir von Herzen. – Und nein, ich werde wohl nich so mit einem Roller durch die Gegend sausen können … und du bist bestimmt 1000 mal beweglicher. – Aber das Freundschaftsangebot ist unbezahlbar und nehme ich sehr gerne an. – Manchmal müssen auch die weniger guten Gefühle verbloggt werden, dann geht es mir auch gleich wieder besser 😉
      So, herzliche Grüße an euch Zwei zurück, Deine Christine ! ❤

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  10. Martin

    Hallo Christine,

    ich kann dazu sagen ich habe mich seit MS öfters selber abgehängt und seitdem geht es mir wesentlich besser.
    Waren zwar genaugenommen Themen die ich auch ohne MS machen hätte sollen, aber MS wurde dann zur Entscheidungshilfe.
    Heute geht es mir meistens gut. (Klopf 3x auf Holz dass es so bleibt).

    Gruss
    Martin

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  11. Liebe Christine,
    ABGEHÄNGT…ich musste unbedingt deinen Text lesen…so fühle ich mich auch sehr oft…obwohl meine gesundheitlichen Einschränkungen im Gegensatz zu MS-Betroffenen eher als Kleinigkeit erscheinen mögen. Seit Ende 2009 beziehe ich eine volle Erwerbsminderungsrente und in wenigen Jahren wird daraus eine Regelaltersrente. So waren mir zum Glück viele Jahre ohne erhebliche Krankheiten beschieden. Leider fehlt mir oft der Kampfesgeist und ein gutes soziales Umfeld vermisse ich auch.
    Abgehängt…da eingeschränkt und andererseits hänge ich mich garantiert auch selbst einfach ab, weil ich mir nicht genug zutraue. Manchmal ist es für mich einfacher/bequemer Argumente dagegen (z.B. für einen „Gleiswechsel“), als dafür aufzuzählen…du verstehst bestimmt was ich meine.
    Liebe Grüße
    Petra

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Petra,
      ja, manchmal hat man immer Ausreden für sich parat (das kenne ich auch) aber schaut nicht nach Lösungen. Wie wäre es denn einen Kurs in der VHS zu belegen, oder ehrenamtlich bei der Tafel zu arbeiten… man bekommt schnell Kontakt, macht etwas sinnvolles und fühlt sich richtig gut dabei. 🙂
      Trau dich einfach, spring über deinen Schatten, dann wirst du stolz auf dich sein. Ich bitte um Erfolgsmeldung 😉
      Also, einen schönen Abend wünsche ich dir und häng dich an etwas Schönem an. LG Deine Christine

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  12. Es stimmt mich sehr traurig diese Zeilen zu lesen und ja es ist aber die Wahrheit in der heutigen Zeit. Ich denke es ist egal welche Beschwerden oder Krankheit man hat, man wird einfach ausgegrenzt wenn der hektischen Zeit hinterher hechelt und dem Tempo nicht mehr mithalten kann ! Traurig aber wahr ! Alles Gute Manni

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Manni,
      ja, das ist leider oft die Wahrheit. Traurig brauchst du nicht sein, denn das reicht wenn wir das manchmal sind 😉 …. aber dann gibt es auch wieder andere Tage und die Gedanken sind verflogen. Alles Liebe für dich,
      Deine Christine ❤

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      1. Doch weil es so ist ! Ein guter freund von mit den ich schon 30 jahre kenne hatte unglaublich viele freunde und geschäftspartner ( er hatte eine eigene firma ) und war ziemlich erfolgreich ! Eines tages der schock ! Er hatte einen schweren autounfall und ist dem tod vin der schippe gesprungen ! Die schweren kopfverletzungen zeigen bis heute ihre auswirkungen ! Sprachstörungen ect ! Firma verloren und geschäftspartner und viele viele freunde !!! Da stehst du von heute auf morgen alleine da !!! Ausser wenn es hochkommt 1 krankenhaus besuch eher aus neugierde kam da nicht viel !!! Da bist du einfach niemand mehr !!! Manni

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      2. Ja Manni, so ist das leider ganz, ganz oft und man steht wirklich fast oder ganz alleine da. Das konnte man sich so gar nicht vorstellen, aber wenn der Mensch nicht mehr zu 100 % funktioniert, eingeschränkt ist, dann wird die Umwelt oft ganz komisch und verabschiedet sich von einem…. Das ist FAKT. – Deinem Freund wünsche ich alles Liebe & Gute und hoffe er kämpft für sich trotzdem immer weiter.
        Deine Christine ❤

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  13. Ja, manchmal fühle ich mich abgehängt, obwohl ich nicht mit so einem Schicksal fertig werden muss. Vielleicht liegt das sich „abgehängt fühlen“ im Menschsein, vielleicht fühlen sich Menschen, die an vorderster Front rennen, auch abgehängt… oder die Angst davor treibt sie an…
    Ich bewundere Deine Ehrlichkeit und Deine Kraft.
    Sei herzlich gegrüßt. Priska

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    1. Hallo Priska, abgehängt sein ist nicht unbedingt das liebste Gefühl der Menschen… das ist schon einmal ganz klar. Und wenn man durch Krankheit, Tod oder schlimme Schicksalsschläge getroffen, betroffen wird, dann muss man lernen damit umzugehen. Manchmal gelingt es sehr gut, manchmal überhaupt nicht. Aber trotzdem kämpfen wir weiter und versuchen uns das Leben lebenswert zu machen und schauen was noch geht… in diesem Sinne wünsche ich dir eine schöne Restwoche.
      Alles Liebe, Deine Christine!

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      1. Das stimmt und bleibe ich auch im Inneren sowieso, nur es gibt auch Tage und das ist auch gut so, da kann man schon einmal auf komische Gedanken kommen und ein wenig Trübsal blasen… aber dann kommen ja zum Glück auch wieder die anderen Tage 😉 bis bald, LG

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  14. julemaus1991

    Liebe Christine,
    Mir kommen die Tränen, weil ich jeden Punkt einfach nur bestätigen kann. Ich hatte so viele Träume… Ich träumte von einer eigenen Familie, ich träumte vom reisen durch die Welt, träumte von langen Nächten mit Freunden, von Weiterbildung im Beruf…. Von sportlichen Zielen. Heute ist mein größter Traum bloß, dass ich meinen Alltag halbwegs geregelt bekomme. Ich bin 25 und fühle mich von der MS so sehr aus dem Leben geworfen. Das macht mich teilweise unendlich traurig und wütend. Dein Beitrag inspiriert mich, dass ich selbst auch mal darüber schreiben sollte. Danke für deine Worte! Ich kann das so sehr nachempfinden. Dennoch geht es immer irgendwie weiter und man darf nie aufgeben ❤️ Ich drück dich!
    Deine Julia ❤️

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    1. Liebe Julia,
      ja, ich denke viele MS Patienten können das sehr gut nachempfinden. Man hatte so viele Wünsche, Ziele, Träume…. und wieder einmal müssen wir umdenken, das beste daraus machen und vor allen Dingen nicht aufgeben.
      Gib nicht auf, gehe deinen Weg weiter, denn so wie du das gerade machst, so wie ich es mitbekomme, machst du das sehr gut und bist auf dem richtigen Weg. Einfach kann doch jeder, oder ???
      Eine dicke Umarmung für dich, bis bald, liebe Grüße, Deine Christine ❤

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  15. Liebe Christine,

    als ich den Titel deines Beitrags sah, musste ich sofort sehen, was du dazu schreibst. Denn dieses Gefühl des abgehängt-Seins kenne ich nur zu gut. Oft stimmt es mich traurig, oft wütend. Aber was du als Krankheitsgewinn beschreibst, empfinde ich auch. Unsere Blogs und Bekanntschaften sind ein Schatz den wir nur durch unser abgehängt-Sein erfahren dürfen, ein wunderbarer Schatz! Ohne MS hätten wir 2 uns nie kennengelernt! Das wäre so schade!!!

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag

    Deine Katrin 💕 💕 💕

    Gefällt 4 Personen

    1. Liebe Katrin,
      da kullern mir gleich ein paar Freudentränen durchs Gesicht, da es mir genauso ergeht. Ich verstehe dich zu 100 % wenn es um das Thema abgehängt geht. Es gibt halt so MS-Tage da kommen so negative Gefühle hoch und das ist auch völlig in Ordnung und normal, da wir ja auch nur Menschen sind. MS ist halt oft auch …sch… da gibt es nichts zu verschönigen.
      Aber so, wie du es auch empfindest, ergeht es mir auch. Wir haben uns und noch ganz viele andere tolle Menschen gefunden, die wir schätzen und lieb gewonnen haben….. durch die MS.
      Und DU bist bei mir ganz weit vorne…. ich drücke dich mal aus der Ferne und freue mich auf den Juni/Juli, dann, wenn wir uns endlich treffen. Hab einen schönen Tag,
      Deine Christine! ❤

      Gefällt 1 Person

  16. Im ersten Moment haben mich deine Zeilen erschrocken, doch als ich weiterlas, kam deine Entschlossenheit wieder durch.

    Als nicht MS-Betroffene gibt es auch oft Planänderungen, die uns zwingen, innezuhalten und einen Richtungswechsel zu suchen, z.B. wenn mit zunehmendem Alter auch Wehwehchen auftauchen, die uns mit anderen nicht mehr Schritt halten können, oder wenn Menschen aus unserer Mitte plötzlich gehen müssen, wenn sich Arbeitssituationen verändern, man ohne Schuld in eine Zwangslage kommt…..

    Ob krank oder gesund, da sind wir alle auf dem gleichen Weg und müssen zusammenhalten, uns gegenseitig stärken und festhalten und gemeinsam in eine Richtung blicken.
    Schauen wir gemeinsam nach vorne, denn ob krank oder nicht – Planänderungen können das Salz in der Suppe und eine tägliche Herausforderung sein.

    Herzliche Grüße
    Anna-Lena

    Gefällt 3 Personen

    1. Liebe Anna-Lena,
      ja, da stimme ich dir zu. Planänderungen finden in jedem Leben statt und müssen bewältigt werden. Dem einen gelingt es besser, dem anderen weniger gut.
      Ich persönlich bin zwar meist gut drauf, aber an so manchen Tagen…. da kommen einem andere Gedanken, besonders dann, wenn sich der Gesundheitszustand wieder einmal verschlechtert, trotz der ganzen Anstrengungen die man unternimmt.
      Auch wenn man es weiss, manchmal ist man wütend, traurig und einfach nur sauer. – Am nächsten Tag sieht es meist schon wieder anders aus und der Kampfgeist kommt zurück…. ein stetiges auf und ab.
      Ich wünsche dir persönlich, dass du mit deinen Planänderung gut klar kommst und es in die richtige Richtung geht.
      Liebe Grüße sendet,
      Deine Chrisitne!

      Gefällt 2 Personen

      1. Das wünsche und hoffe ich für dich auch! Ich kann deine Gefühle in diesem Auf und Ab auch gut verstehen, auch den Spagat zwischen Hoffnung und Enttäuschung und wünsche dir dafür die Kraft und den Mut, dich auf jeden Tag neu einzulassen.

        Liebe Grüße dir ❤ .

        Gefällt 1 Person

  17. Liebe Christine,
    ohne Deinen Blog hätte ich Dich nicht kennengelernt. Und aus allem, was ich von Dir lese, ziehe ich sehr viel Gewinn für mich persönlich. Ich erkenne immer mehr, dass die Begegnung mit Menschen, wo es um mehr, als nur oberflächliches Geplänkel geht, für mich eine wichtige Facette in meinem Leben geworden ist. Und da gehört die Begegnung mit Dir über dieses Medium dazu.
    Du hast eine erfrischende und zupackende Art, bist aufmerksam zugewandt und einfach immer wieder ein schöner Lichtblick, sicher nicht nur für mich. Ich hoffe, dass ich noch oft von Dir lesen werde!

    Ich wünsche Dir alles Gute und einen wunderschönen Tag!
    Lieben Gruß, Michael

    Gefällt 3 Personen

    1. Lieber Michael,
      das ist schön zu lesen, denn so gewinnen wir zusammen und erfreuen uns an unserer Begegnung und unserem Austausch.
      Für mich ist es auch immer wieder sehr schön, Gesunde hier zu treffen, die sich interessieren und kommentieren. Es ist ja auch nicht alles nur MS auf meinem Blog, sondern es gibt ja auch noch andere Themen….
      Ich freue mich weiterhin von dir zu lesen und wünsche dir eine schöne Restwoche.
      Liebe Grüße sendet, Deine Christine!

      Gefällt mir

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