Alles geht … Welt MS Tag 2017

… alles geht, aber eben nur anders 🤔 ?!?

Das ist das diesjährige Motto zum Welt MS Tag 2017. Eigentlich wollte ich mich dazu gar nicht äußern, aber es brennt mir förmlich unter den Nägeln…

Alles geht … ist wirklich so etwas von unpassend formuliert und stellt unsere Krankheit MS in der Öffentlichkeit falsch dar.

So meint der Unwissende, alles easy, alles leicht, kein Thema, was stellen sich die MS Patienten so an, alles nur Schauspielerei.

Sicherlich geht alles, wenn man einen leichten, leisen Verlauf hat, kaum sichtliche Einschränkungen hat, unter ein paar unsichtbaren Symptomen leidet, die man kaschieren, überspielen kann. Aber diese Aussage ist für alle MS Erkrankte, denen es nicht mehr so wirklich gut geht, ein Schlag ins Gesicht.

Was ist mit den vielen MS Patienten, die im Pflegeheim sind, was ist mit denen, die nur noch im Bett liegen und rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen sind???

Alles geht, aber eben nur anders ist da leider wirklich ein ziemlich schlechter Scherz.

Einige werden aufgrund der Erkrankung niemals eine Familie gründen können, da sie zu stark eingeschränkt und auf Hilfe angewiesen sind.

Andere können ihren Wunschberuf nicht ergreifen, ausüben, da sie körperlich oder geistig nicht mehr dazu in der Lage sind und müssen sich vielleicht sogar frühzeitig berenten lassen.

Ein Dachdecker mit Gleichgewichtsstörungen wird nie wieder ein Dach decken und ich werde auch nie wieder an einem Hürdenlauf teilnehmen können.

Das geht auch nicht anders!

Ich persönlich denke, es kommt immer auf den jeweiligen Gesundheitszustand, auf das mentale Befinden des Patienten an.

MS ist vielschichtig und bei jedem anders ausgeprägt, keine MS ist wirklich gleich und eins zu eins mit einer anderen MS zu vergleichen.

Jeder Patient hat ein anderes Schicksal und sorry, alles geht aber eben nur anders, ist in meinen Augen eine völlig falsche Aussage.

Klar findet man Lösungen für sich, wird erfinderisch und kann einige Dinge anders erledigen. Deshalb sage ich ja auch für mich persönlich:

… da geht noch was…

Aber auch bei mir, leider definitiv nicht mehr alles.

So, jetzt habe ich meinen Gedanken freien Lauf gelassen und meinen Standpunkt zu diesem Motto kund getan.

Ich bin gespannt auf eure Meinung zu diesem Thema, denn eigentlich ist der Welt MS Tag ein sehr guter Tag.

Es wird an vielen Stellen Aufklärungsarbeit geleistet, Aktionen gestartet, um den Gesunden die MS zu erklären. Leider in diesem Jahr mit einem etwas unglücklich formulierten Motto.

Wie siehst du das?

Einen schönen Tag wünscht,

Deine Christine!

 

Advertisements

74 Gedanken zu “Alles geht … Welt MS Tag 2017

  1. Heike

    In seinem Fall ist der Slogan passend, doch beim Welt-MS-Tag soll aufgeklärt werden! Schön, wenn man Unterstützung von der Familie oder seinem persönlichem Umfeld erfährt. Leider kann das nicht jeder von sich behaupten! Was geschieht, wenn der Partner schon bei der Diagnosestellung keine gemeinsame Zukunft mehr sehen kann, keine Verwandten in der Nähe wohnen, Freunde weit verstreut wohnen – man wird zum Einzelkämpfer. Arbeitgeber in der Regel „gesunde, leistungsfähige“ Angestellte wünschen und man über kurz oder lang berentet wird. Viele leben dann zurückgezogen, weil es gar keine andere Möglichkeit gibt, am Leben teilzunehmen. Sie sind froh über seltene Momente, in der sie ihrer Isolation entkommen können. Darüber sollte so ein Tag informieren, Aufklärung und Verständnis vermitteln.
    Ehrlicherweise muss ich sagen, dass die Akzeptanz schon besser geworden ist. Mein Partner und ich sind beide betroffen und mit dem Rollstuhl unterwegs, Hilfe bekommen wir immer öfter angeboten. Dafür ein ❤️liches Dankeschön, auch an alle Ehrenamtlichen💐 Was wohl Herr Weihrich zu diesem Motto gesagt hätte….

    Herzliche Grüße 💕😘, Deine Heike

    Gefällt mir

    1. Liebe Heike,
      in seinem Fall ja, aber wie auch du so schön schreibst…. wir sind eine MS Gemeinschaft und wollen auch so verstanden werden. Mit wenig Einschränkungen und auch mit vielen.

      Und auch du hast schmerzhafte Erfahrungen erlebt, sei es in der Ehe oder aber im Beruf. Das Leben verändert sich mit der Diagnosestellung und dreht sich …. erst ein wenig, dann
      langsam immer mehr. Es gibt soooo viele MS Patienten die isoliert sind, die gerne sich irgendwie, irgendwo, irgendwann aufgehoben fühlen wollen, sei es in der MS Gemeinschaft oder aber unter Freunden.

      Wenn dann aber an so einem Tag so ein Motto rausgehauen wird, dann verstehen gerade diese MS Patienten ganz besonders die Welt nicht mehr. Können sich nicht äußern, sich wehren. Deshalb dieser Blog von mir.

      Und das Schöne, ich bekomme so viele Kommentare und Zustimmungen, das bestätigt mich in meinem Gefühl etwas zu sagen, den Mund aufzumachen.

      Und ja liebe Heike, die Akzeptanz ist besser geworden, es gibt sooo viele Menschen die helfen und freundlich sind. Ein fettes Dankeschön auch von mir an dieser Stelle.
      Aber es gibt auch immer noch sehr viele, die gar nicht wissen was MS ist und bedeutet. Deshalb ist es umso wichtiger an so einem wichtigen Tag aufzuklären, zu informieren, aber wem schreibe ich das eigenltich. 🙂

      Detlef, Herr Weihrich würde sich mit seinem Rolli im Kreis drehen vor Entsetzen oder er hätte vorzeitig eingegriffen, da bin ich mir ganz, ganz sicher…

      Herzliche Grüße sendet,
      Deine Christine! ❤ ❤ ❤

      Gefällt mir

  2. Liebe Christine,
    danke für Deinen wieder einmal sehr gelungenen und ehrlichen Beitrag. Ich stimme Dir unvorbehaltslos zu.
    Als Betroffene habe ich auch einen Blogbeitrag für Mittwoch geplant und in diesem u.a. auch das Motto des diesjährigen W-MS-Tages auf meine Weise kritisiert. Gerne würde ich Deinen Beitrag auf meiner Seite verlinken. Ich würde mich also freuen, wenn du mir an dieser Stelle ein ok senden würdest. Es wäre bestimmt auch einzurichten, dass ich Dir den Entwurf des Beitrages vorher zum Lesen senden könnte.
    Mit ganz lieben Grüßen
    Elke
    https://elkeauflos.wordpress.com

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Elke,
      welch eine Ehre, ich freue mich sehr, wenn du meinen Beitrag in deinen einbindest und rebloggst. 🙂
      Vielen Dank schon einmal dafür.
      Ich bin sehr auf deinen Beitrag gespannt. Gerne kannst du mir diesen über das Kontaktformular zusenden.
      Liebe Grüße an dich. ❤
      Deine Christine!

      Gefällt 1 Person

    1. Danke liebe Ditschi und ich habe da wirklich eine Lawine in Gang gesetzt. Die Menschen in den Foren sind alle empört, schockiert und unheimlich sauer über so wenig Feingefühl in der Auswahl des diesjährigen Motto´s… LG

      Gefällt mir

      1. Liebe Ditschi,
        nach diesen ganzen, vielen Kommentaren, Ärgernissen über das Motto, werde ich noch einmal direkt die DMSG anschreiben und unseren Unmut kund tun. Vielleicht bewirkt das ein paar Gedanken für die Auswahl im nächsten Jahr… wir werden sehen 🙂 Liebe Grüße

        Gefällt mir

  3. Anne

    Auch ich habe das diesjährige Motto mit gemischten Gefühlen betrachtet. Ja, es klingt positiv, lebensbejahend. Und so sehe ich mich. Aber es klingt eben auch nach „ist ja alles gar nicht so schlimm. Kommt mal aus Eurer Komfortzone raus Ihr MSler und zeigt Veränderungsbereitschaft, dann klappt das schon.“ Aber sind es nicht genau diese Aussagen, die regelmäßig in Blogs, Foren etc angeprangert werden und über die wir uns seitenlang aufregen können?

    Ich gehöre auch zu den „Neubetroffenen“, meine Diagnose ist gut 1,5 Jahre her. Die Aussagen meiner Ärzte damals: Für Sie geht alles weiter wie bisher, Sie müssen gar nichts ändern, es gibt mittlerweile so wirksame und verträgliche Medikamente, das ist nicht mehr wie früher. Vielleicht bekommen Sie sogar nie wieder einen Schub.“ Natürlich hab ich erstmal auf diese Aussagen vertraut, mich daran geklammert. Dazu kam, dass plötzlich jeder jemanden kannte, der auch MS hat und dem es total gut geht. Und als es mir in den folgenden Monaten nicht total gut ging, ich mich mit Nebenwirkungen herumschlug und merkte, dass eben NICHT alles weiterging wie bisher, habe ich mich erstmal schuldig gefühlt. Denn es sollte ja eigentlich alles kein Problem sein….

    Meine Schübe waren bisher leicht, dennoch habe ich Cortison Stöße bekommen, die ich als ziemlich heftig empfand. Vor allem aber habe ich eine fortschreitende Einschränkung im Bein, die mich bereits nach 1,5 Jahren beeinträchtigt. Es geht eben nicht mehr alles, auch wenn es mir im Vergleich zu vielen anderen noch sehr gut geht. Aber ich kann auch erahnen, was noch kommen kann… (Aber das ist ja alles nicht so schlimm, ich sehe ja noch gut aus…).

    Ich hätte mir nach meiner Diagnose gewünscht, nicht mit hilflosen Phrasen abgespeist zu werden, sondern ehrlich, aber positiv motivierend aufgeklärt zu werden.

    So wie Du, liebe Christine, das mit Deinem Blog tust. Dank Dir ist die große Angst vor Hilfsmitteln kleiner geworden. Dennoch merkt man, dass es auch für Dich kein Zuckerschlecken ist.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anne,

      das diesjährige Motto stößt bei mir auf dem Blog und in den ganzen Foren auf Unverständnis und Entsetzen. Damit hat die DMSG sich keinen Gefallen getan,
      denn das normale MS Leben sieht wirklich völlig anders aus. Auch wenn man oft einem äußerlich nichts ansieht, wie es und was innerlich abgeht, kann niemand
      wirklich nachempfinden.
      Du als Neubetroffene möchtest nicht veräppelt werden, du möchtest Klarheit haben. Das wünscht sich jeder MS Patient. Auch Ärzte sollen bei der Wahrheit bleiben,
      nichts beschönigen und auch keine Angst verbreiten. Das Motto ist leider so unpassend und vermittelt den Nichtwissenden wirklich das Gefühl von Leichtigkeit und
      verharmlost unsere Erkrankung.

      Nach 30 Jahren MS kann ich eine Menge berichten. Von den guten Zeiten und auch von den weniger guten Zeiten. Aber selbst dann geht noch was. Nicht mehr alles, aber ich
      probiere noch einiges aus. Der Blog soll auch motivieren, informieren, ein Miteinander sein. Ich beantworte auch alle Mails die über das Kontaktformular gehen, da viele sich
      nicht outen wollen, was ich auch verstehe.

      Schön, wenn ich dir die Angst vor Hilfsmitteln nehmen konnte, denn es ist nur ein Hilfe damit man aktiv im Leben bleibt. Und ich wünsche dir von Herzen,
      dass du lange auf diese verzichten kannst und es dir weiterhin gut geht.

      Alles Liebe Unde Gute wünscht,

      Deine Christine!

      Gefällt mir

  4. Liebe Christine
    Diese Aussage nervt sogar mich als Nichtbetroffene, genauso wie Aussagen allgemeiner Art: wenn man wirklich will, erreicht man alles….
    Natürlich muss man etwas probieren im Leben oder für etwas kämpfen, aber NEIN, man kann nicht alles erreichen, wenn man wirklich will. Bei Misserfolg kommen noch Schuldgefühle hinzu….
    Herzlich. Priska

    Gefällt 1 Person

    1. Ja liebe Priska,
      so sieht es aus. Jeder Tag ist für uns eine Herausforderung, ein Kampf. Wir nehmen die Krankheit an und machen das BESTE draus, aber alles funktioniert auch bei uns nicht mehr… da kann der Wille noch so groß sein. – Egal ob gesund oder krank, wir probieren, machen, tun, aber wenn es nicht geht, dann muss man das auch akzeptieren.
      Herzliche Grüßs von mir zu dir ❤

      Gefällt 1 Person

  5. Der Slogan ist echt daneben. Ich erinnere mich an meine „frühen“ Jahre… Da war das wichtige, vor mir selber anzuerkennen, dass eben nicht mehr alles geht – oder gehen muss. Auch wenn ich bis heute nur wenige Beeinträchtigungen habe… Es geht nicht mehr alles. Muss es doch auch gar nicht.
    Vielen Dank für diesen Beitrag.

    Gefällt 1 Person

    1. Sehr gerne. 🙂 Und Danke für deine Sicht der Dinge. Jeder für sich selbst muss mit der Diagnose, seiner MS klar kommen, diese akzeptieren und anerkennen. Darin liegt die große Kunst sowie Herausforderung, da stimme ich dir voll und ganz zu.
      Alles Gute wünscht, Deine Christine!

      Gefällt 1 Person

  6. Doris

    Liebe Christine, liebe Leute!

    Ja der „Motto Spruch“ ist etwas daneben. Er suggeriert den Menschen, die es eh schon nicht verstehen, dass MS Menschen eh alles schaffen und die, die „jammern“, simulieren oder übertreiben und sich in den Mittelpunkt stellen wollen.

    Ich selber gehöre zu denen, denen man noch nichts ansieht, denn Fatique oder Blasenstörung sieht man ja nicht. Und v.a. letzteres will ja eh niemand von uns, dass man es sieht. Manchmal hätte ich nicht übel Lust mich einfach mal vor allen, ohne div. Schutzmaßnahmen anzupinkeln…. nur wäre mir das selber mehr peinlich, als es den Effekt des peinlich Berührt seins bei anderen hätte.

    Aber auch, wenn es mir „so gut“ geht, kann auch niemand von den nicht Betroffenen verstehen, wie schwer schon allein das Thema Basistherapie (welche denn?) oder gar keine ist. Oder die Nebenwirkungen dieser Medikamente, die der eine hat und der andere nicht… geschweige denn die Langzeitauswirkungen Dieser.
    Entscheidet sich jemand gegen Medikamente wird er mit Kopfschütteln angeschaut, nimmt man Eines, dann hätte man froh zu sein, dass es eines gibt, dass man es nicht gänzlich selber zahlen müsste… und NW „mein Gott – die werden schon nicht so schlimm sein.“

    Schon die Frage ob man es in der Arbeit bekannt geben soll oder nicht. Bei mir wissen es alle- arbeite in einem KH als, heißt jetzt neu: DGKP.
    Nach meinem letzten Schub hat man mich in eine Ambulanz gesteckt. Klingt nicht schlecht, aber dazu sollte man wissen: wir sind zu Zweit. Eine Ärztin und ich haben eine Spezialambulanz in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Nein – ich will hier jetzt kein Lob, ich will auf den Unsinn Aufmerksam machen: 2 Personen! Stress! Was, wenn jemand krank wird… dieser Spezialbereich wird sehr Stiefmütterlich gesehen.
    Also wieder einmal ein Zeichen für mich, dass auch in einem KH der Arbeitgeber keine Ahnung von MS hat.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Doris!

      Du bringst es auf den Punkt, die Gesunden, die an so einem Tag über die Problematik der MS Patienten aufgeklärt, informiert werden sollen, werden durch so ein Motto nicht wirklich auf die Schwere diese/unserer Erkrankung hingewiesen. Es wird abgeschwächt, verharmlost.

      Egal welche Symptome man persönlich hat, sichtbar oder unsichtbar, sie sind alle kein Pappenstiel, da stimme ich dir voll und ganz zu. Zum Thema Blase hatte ich auch schon geschrieben. Das kannst du hier lesen: https://deinechristine.wordpress.com/2016/08/05/fischersfritz-teil-ii/ vielleicht helfen dir ein paar Tipp´s.

      Das Thema Basistherapie ist auch ein sehr, sehr schwieriges Thema und auch dort muss jeder MS-Patient für sich einen Weg finden. Nimmt er eine, welche oder nimmt er keine. Auch seine Erkrankung
      öffentlich zu machen ist ein riesiges Thema, denn viele Arbeitgeber haben nicht wirklich Verständnis (wie man an deinem Beispiel sieht).
      Stress ist Gift für MS. Eindeutig und ich wünsche dir, dass das Krankenhaus, in dem du arbeitest, deine Lage überdenkt. Vielleicht sprichst du das Thema noch einmal an.

      Vielen Dank für deinen ehrlichen, offenen Kommentar und ich wünsche dir weiterhin alles Liebe & Gute. Deine Christine!

      Gefällt mir

  7. Liebe Christine,
    das ist wieder einmal ein wunderbares Beispiel Deiner Herangehensweise und Deines Umgangs mit „Deiner“ MS! Ich finde es einfach faszinierend, wie Du persönlich damit umgehst! Du lebst Dein Leben bejahend und positiv und verschweigst aber nicht, dass es auch dunkle Stunden gibt. Du bist stets auf der Suche unter der Vorgabe, „Da geht noch was!“ Dafür meinen unverholenen Respekt!

    Du gehst aber noch weiter und berichtest hier in Deinem Blog in einer erfrischenden und aufrichtigen Art über Deine Erfahrungen mit MS und über Dein Fachwissen, das Du Dir erarbeitet hast. Das ist vor allem für mich als Nicht-Betroffenen sehr aufschlussreich! Herzlichen Dank dafür!

    Über das angesprochene Motto verärgert zu sein, dazu gehört nicht viel. Ist es doch absolut oberflächlich und wenig durchdacht ausgewählt worden. Es ist doch so, dass vor allem die schwerer Betroffenen eher kein Sprachrohr haben. (Ich vermute mal, dass ganz viele von ihnen ein sehr einsames Leben führen.) Da macht ein Mediziner mit priviligierter Stellung doch echt was her, vor allem wenn er noch rekordverdächtige Vorhaben vorzeigen kann. Eine solche Herangehensweise macht mich echt zornig!

    Es ist gut, dass Du Deinen Widerspruch hier deutlich machst! Du hast einen ungebrochenen Tatendrang, und doch musst auch Du immer wieder viele Abstriche machen! Wieviel schlimmer muss es den Patienten gehen, die noch schwerer betroffen sind und deren Willenskraft geschwächt ist? Es ist richtig und wichtig, den Slogan im Hinblick auf alle MS-Patienten hin zu überprüfen.

    Ich wünsche Dir eine sonnige Woche und alles Gute!
    Lieben Gruß, Michael

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Michael,

      vielen Dank für deinen Kommentar und gerade dieser bestätigt mich in meiner Arbeit, in meinem Willen aufzuklären, wie das Leben doch eigentlich wirklich mit MS ist.

      Von Natur aus bin ich wirklich ein positiver Mensch und ich versuche alles erst einmal freundlich und in Ruhe zu regeln. Aber manchmal muss ich auch laut werden und gerade
      bei diesem Thema/Motto ist das extrem der Fall. Ich habe das Gefühl, ich muss und will Stellung beziehen.
      Das Motto ist so oberflächlich und nicht weiter gedacht…. dem Slogangeber kann man keinen Vorwruf machen, er ist am Anfang seiner Erkrankung und
      es geht ihm gut, er kann alles für sich gut regeln. Das finde ich schön und es sei ihm von Herzen gegönnt. Ich denke mit seinem Spruch, hat er seinen Standpunkt ausgedrückt.

      Der Vorwurf geht ganz klar in Richtung Jury, diese sollte alle MS-Patienten bedenkn und wie du so schön schreibst, gerade die, denen es noch schlechter geht, die haben keine Lobby,
      können sich vielleicht gar nicht mehr dazu äußern, da sie keine Kraft, keine Mittel haben. Und auch aus diesem Grund habe ich Stellung bezogen.

      Mein Blog soll aufklären, informieren. Wir wollen uns gegenseitig hier helfen, Tipp´s geben und Mut zu sprechen, sowie Spaß haben. Das MS Leben ist kein Kinderspiel und auch kein Husten, es ist oft sehr hart,
      aber es kann trotzdem noch sehr schön sein. Es ist nicht vorbei wenn man z.B. nicht mehr gehen kann. Es ist totl anders, aber alles geht leider tatsächlich nicht mehr. Das muss man auch ganz deutlich sagen.

      Ich danke dir ganz herzlich für diesen deinen Kommentar und wünsche dir eine sonnige Woche mit schönen Erlebnissen.
      Liebe Grüße. Deine Christine!

      Gefällt mir

  8. Liebe Christine,
    auch ich gebe dir vollkommen Recht, hier wird eine ernste Tatsache weichgespült. Aber, es ist genau das, was ich in den letzten Monaten immer wieder erfahren hab. Ich muss dazu sagen, ich bin MS-Jungfrau, meine Diagnose habe ich erst im August letzten Jahres bekommen. Für mich war das ein Paukenschlag, den ich erstmal langsam verknusen musste. Ich habe dann langsam angefangen, Menschen ins Vertrauen zu ziehen, und meine Diagnose verraten. Ich weiß gar nicht, wie oft ich gehört habe „jaaa, heute ist das ja alles gar nicht mehr so schlimm! Früher war das gaaaanz anders, aber heute… du, die Medizin ist ja heutzutage viiiiiiel weiter…“ 😬 Guck an! Dann ist ja alles gut! Und ein Slogan wie der Aktuelle bestärkt dieses Bild, das MS heeeeeuuuteee viel einfacher ist, quasi kaum spürbar..
    Klar, gibt es heute sicherlich mehr Wissen, andere Medikationen, entsprechende Hilfsmittel, ja, ABER… es ist und bleibt eine Krankheit, die Betroffene, wie Abgehörige sehr fordern, ja belasten kann. Dauerhaft. Ich habe diese Frage schon oft gestellt-muss man erst sichtbar gezeichnet sein, damit klar wird, das doch nicht alles möglich ist??? Ich glaube fast ja. Wer einen (sichtbaren!) Gipsverband hat, wird gefragt, wie es ihm geht, wie die Heilung voranschreitet, oder es wird zur Schonung geraten..
    Wer fragt den MSler, der gerade keine sichtbaren Symptome hat?
    Ich bin generell nicht entmutigt, oder sehe die Zukunft schwarz, das nicht, nur möchte ich einfach nicht hören, das alles ganz easy ist! Ich wünsche mir für alle Betroffenen Zuversicht, Kraft und Mut sich der Krankheit zu stellen, aber kein heimatfilmreiches „alles ist möglich“
    Danke Christine, das du diese Diskussion angestoßen hast!
    Liebe Grüße, Anne-Christin

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anne-Christin,

      vielen Dank für deinen Kommentar und herzlich Willkommen auf meinem Blog. Hier geht es um Aufklärung, Informationen, Austausch und natürlich Spaß & Gemeinschaft.

      Wie ich aus deinem Kommentar entnehme, bist du sehr gut aufgeklärt, siehst alles realistisch und möchtest auch nicht „veräppelt“ werden. MS ist kein Schnupfen, den man mit
      ein paar Mittelchen beheben kann, sondern immer noch eine ernstzunehmende Krankheit. Das vergessen leider viele Menschen und ich kann es ihnen gar nicht übel nehmen, denn
      wenn man so ein Motto für den Welt MS Tag aussucht, dann meint man doch…. alles easy. – Ganz so ist es sicherlich nicht.

      Es wird geforscht, gemacht, getan… es gibt Medikamente die vielleicht dem einen helfen, dem anderen nicht.
      Fakt ist: die Ursache wurde immer noch nicht gefunden. Leider. Aber wir hoffen weiter…

      Es gibt so viele unterschiedliche Gesichter der MS, von mobil bis bewegungsunfähig, über Blasenstörung, Fatigue, Sprachstörungen usw. das alles kann man hier
      so kurz und knapp gar nicht aufzählen.

      Aber was ich auch ganz klar aus eigener Erfahrung sagen kann, es kann lange gut gehen, die Sympome bilden sich zurück und alles geht. Ein fast normales Leben
      mit der Diagnose im Hinterstübchen. – Und wenn sich das Blatt dreht, dann geht auch noch was….. nicht mehr alles, aber einiges…. Das Leben ist trotzdem noch lebenswert und schön. 🙂

      Deshalb wünsche ich dir, sei sorgsam mit der, achte auf dich und höre in dich hinein, denn jeder muss seinen ganz eigenen Weg mit seiner MS finden. 🙂

      Alles Liebe & Gute für dich wünscht, Deine Christine!

      Gefällt 1 Person

  9. Hat dies auf Meine Erlebnisse im Altenheim rebloggt und kommentierte:
    Christine hat sehr gut aufgezeigt, warum das diesjährige Motto des Welt MS Tags für sie und viele MSler (auch bei mir!) auf Unverständnis stößt.

    Ich hätte selber wahrscheinlich nichts dazu gebloggt, aber mir gefällt Christines Beitrag (und auch die ganzen Kommentare der anderen Leser!) so gut, dass ich den Beitrag gerne reblogge!

    Danke liebe Christine für diesen Beitrag! ❤

    Gefällt mir

  10. Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, aber ich stimme dir, liebe Christine, voll zu. Das ist so ähnlich wie dieser dämliche Satz, man erreicht alles, man muß nur wollen. Der gilt für jeden, auch für die Gesunden, aber stimmt ebenso wenig.
    Dieses MS Tag Motto ist übrigens auch sprachlich daneben. „Aber nur anders“, das holpert doch sehr, finde ich 😉 entweder „nur“ oder „aber“, beides ist zuviel des Guten
    So, genug gemeckert, ich wünsche dir einen schönen Sonntag 🙋

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Mrs Postman,
      wir sind uns alle einige…. der Spruch ist daneben, mehr ist schon nicht mehr zu schreiben. Eine kleine Änderung im Satz und alle wären zufrieden gewesen 😉 … vielleicht im nächsten Jahr.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend, Deine Christine!

      Gefällt 1 Person

  11. Kurt M.

    Hallo ihr,
    ich finde das diesjährige Motto des ‚MS – Tages‘ auch voll daneben. Ich habe den verlinkten Artikel von diesem ‚Autor‘ des Slogans quergele
    Sen und wow, er hat die Diagnose schon 2 Jahre (sic!). In den ersten Jahren der Diagnose konnte ich auch
    noch fast alles, heute gehe ich etwas und fahre Rolli, nach 23 Jahren nach Diagnosestellung. Nächster Punkt: Beruf. Der Mann hat ein Medizinstudium gwuppt und
    ist Facharzt. Für so jemand ist es doch erheblich leichter, auch finanziell, sich umzustellen. Bsp.: sein nächstes Projekt, bei so einem ‚Elektro-Auto-Marathon‘ teilneh-men kann sicher nicht ein Durch-
    schnitts-MSler.
    Kurz gesagt: Dieser Mensch ist überhaupt nicht representativ für uns ’normale‘ (schon gar nicht längere) MS- Betroffene.
    Weshalb dann das Motto dieses ‚Ausnahme‘-MSlers genommen
    kann ich nur spekulieren:
    Der erste Teil geht in die Richtung von der Bloggerin, Christine, hier.
    Der zweite Teil in Richtung Pharmaindustrie, die uns gerne ihre Produkte verkauft mit dem halb-
    wahren Hinweis: seht mal, was allesgeht mit der ‚richtigen‘ Medizin, ihr müsst nur wollen.
    Dann liegt alles bei uns, solche ‚Kleinigkeiten‘ wie unterschiedliche Verläufe und (Neben-) Wirkungen der Media sind dann ausschließlich unser Problem.
    Ich kenne inzwischen 2 Menschen mit PML, nicht lustig.
    LG

    Gefällt 2 Personen

    1. Lieber Kurt,
      vielen Dank für diesen, deinen Kommentar. Ja, auch mir ergeht es ähnlich… die ersten Jahre mit ein paar Schüben behaftet, alles hat sich mit Cortison zurückgebildet, ein wunderschönes Leben.
      Alles war möglich, Kind, tanzen, studieren usw. – Dann drehte sich das Blatt und alles wurde anders, man muss sich umstellen, Hilfe in Anspruch nehmen, sowie Hilfsmittel. Ein typischer MS-Verlauf.

      Mein Unmut richtet sich gar nicht gegen den Slogangeber. Er hat Glück, er ist noch nicht lange dabei und hat bislang einen positiven, leichten Verlauf. Mein Unmut richtet sich eher gegen die Verantwortlichen, die Jury.

      Den Aspekt der Pharmaindustrie habe ich gar nicht mit aufgenommen, aber da hast du Recht. – Leider nützen die ganzen wunderbaren Mittel auch nicht wirklich. Einige MS Patienten sind stabil, wer
      weiss wie es ohne Medikamente wäre, andere stürzen ab, es geht ihnen schlechter…. geheilt wurde dadurch leider KEINER!!! PML hat eine Freundin von mir und die ist echt bescheiden dran….

      Ich finde, an so einen wichtigen Tag müssen alle MS Patienten angesprochen werden. Im letzten Jahr ging das auch wunderbar. Man muss sich nur Gedanken machen…

      In diesm Sinne wünsche ich dir alles Liebe und Gute und vielen Dank für deine Stimme. Denn wenn man schweigt, werden die Verantwortlichen auch nicht wach gerüttelt. Der Großteil der Leser findet das
      Motto nicht gut. Das steht auf jeden Fall fest….

      Einen schönen Abend wünscht, Deine Christine!

      Gefällt mir

    1. Liebe Frau Landgeflüster,
      vielen Dank für die Blumen. Obwohl es ein MS Patient war, der diesen Slogan vorgeschlagen hat. Er hat eine leichte Form und alles geht bei ihm noch. Was wirklich schön ist.
      Weniger schön ist allerdings, dass sich eine Jury so wirklich wenig mit den eingereichten Slogen auseinandersetzt, da ja alle MS Betroffene angesprochen werden sollen. Das verstehe ich nicht und bemängel ich.
      Liebe Grüße an dich.
      Deine Christine! ❤

      Gefällt 1 Person

  12. Martin

    Hallo Christine,

    sehr gut wie Du dich zu diesem Thema geäußert hast.
    Ich selbst gehöre glaube ich zu den Patienten die nach aussen den Eindruck des funktionierens vermitteln und ein Gutes Leben habe.
    Vorneweg: ich habe ein gutes Leben und es ist noch vieles möglich.
    Aber auch einige sehr unangenehme Symptome (die man nicht sieht) und oft Nebenwirkungen der Medikamente.
    Manchmal wenn ich so kluge Sprüche von vielwissenden Menschen höre, würde ich am liebsten sagen dass was ich nehme ist kein Traubenzucker, und alles gut. und ausserdem wer kennt schon die Geschichte eines anderen Menschen.

    Viele Grüsse

    Martin

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Martin,
      schön, wenn es dir noch so wunderbar mit der Diagnose geht, du einigermaßen mit den unangenehmen Symptomen klar kommst. – Aber wie auch du schreibst, die Unwissenheit zusammen gekoppelt mit den guten Sprüchen kann man und will man oft nicht mehr hören. MS ist kein Husten, sonderen eine chronische Erkrankung, die nicht mal eben weggeht….
      Ich will auf meinem Blog authentisch und zu 100 % Deine Christine sein. Deshalb auch dieser Beitrag, da ich den Slogan wirklich grenzwertig finde.
      So ein besonderer Tag soll uns alle mit ins Boot holen und die ehrliche Seite der MS zeigen.
      Mit leichten Verläufen und auch mit schweren. Bei einigen geht noch alles (was super ist), bei sehr vielen leider nicht mehr. Sie suchen sich Hilfsmittel und Tricks, aber irgendwann sind diese auch erschöpft.

      Alles Liebe und Gute für dich.
      Deine Christine!

      Gefällt mir

  13. Liebe Christine, ich bin nicht von MS betroffen, aber habe berufliche immer mal wieder mit MS-Patienten zu tun. Dabei habe ich Betroffene kennen gelernt, bei denen wirklich alles geht, wenn auch vielleicht langsamer oder mühsamer als bei Gesunden. Ich habe aber auch MS-Patienten kennen gelernt, die aufgrund verschiedenster Einschränkungen beruflich große Abstriche machen mussten, Kaum einer schafft es, acht Stunden am Tag zu arbeiten, denn damit alles geht, braucht der Betroffene viel Zeit zur Regeneration nach der Arbeit. Andere, die aufgrund (kognitiver und/oder körperlicher Einschränkungen langsamer und weniger belastbar geworden sind, können ihren Beruf nicht mehr ausüben oder sind in ihrer Leistung so beeinträchtigt, dass sie für die Firma keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr haben. Natürlich gibt es Schutz durch die Schwerbehindertengesetze, aber die reichen leider nicht in allen Fällen aus, um Betroffene die Teilhabe am Arbeitsleben langfristig zu erhalten oder so zu erhalten, wie es den eigentlichen Fähigkeiten des Erkrankten entspricht. Ja, es gibt viele Hilfsmittel und Hilfsangebote und sicherlich ist mehr möglich, als im Allgemeinen gedacht, doch MS setzt auch Grenzen, die enger sind, als bei gesunden Menschen. Trotzdem kann ich den Spruch nicht ganz ablehnen, denn er macht gerade gesunden Menschen deutlich, dass von MS – Betroffene nicht über ihre Krankheit definiert werden sollten.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe trina59,

      schön, wenn du aus deiner Sicht das Leben, den Alltag, die Begrenzungen und die Grenzen der MS-Patienten erlebst und wie ich lese auch verstehst.
      Die Krankheit der 1000 Gesichter paßt hier wieder einmal hervorragend, denn es ist tatsächlich so. Bei jedem irgendwie anders.

      Keiner von uns will Mitleid erhaschen, viele kämpfen tagtäglich und passen sich ihren jeweiligen Einschränkungen an.
      Den Spruch interpretiert jeder anders. Mir fehlt leider hier das Feingefühl gegenüber den stärker eingeschränkten MS Patienten.

      Besser wäre gewesen: Alles geht nicht mehr, aber vieles eben anders. So wären alle mit eingeschlossen.

      Aber wie immer Ansichtssache. Danke für deine Sichtweise. 🙂 Einen schönen Sonntag wünscht, Deine Christine!

      Gefällt 2 Personen

  14. Dieser Slogan ist genau richtig, FÜR DIE SPAßGESELLSCHAFT, wer will denn schon hören, dass man z.B. nicht mehr auf ein Konzert gehen kann, weil man sich nicht mit dem Rollstuhl an der Toilette anstellen kann und beim Toilettengang Hilfe benötigt! Oder sich die Toilette im Obergeschoss befindet und man garnicht hoch kommt! Ja gut, man hat ja eine Windel und damit den Luxus, die Toilette gleich bei sich zu haben! Ja, Ja, immer das Positive sehen!

    Du hast so recht liebste Christine!😉👍

    ❤sens Grüße Babsi

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Babsi,
      ich denke einige MS-Patienten können vielleicht wirklich sagen alles geht, nur anders…
      Aber der Großteil der MS Patienten kann trotz Hilfe und Hilfsmittel nicht mehr alles.

      Und der Welt MS Tag soll bitteschön alle mit ins Boot nehmen und die Krankheit nicht beschönigen und auch keine Angst verbreiten.

      Realistisch, authentisch aufklären ist die Devise, die hier leider fehlt….

      Liebe Babsi, kurz geärgert, dem Ärger Luft gemacht und nun weiter… einen schönen Sonntag für dich.

      Herzliche Grüße. Deine Christine! ❤

      Gefällt 1 Person

  15. Sternchen

    Liebste Christine, ich empfand den Slogan im ersten Moment auch nicht so schlimm, aber je länger ich nachdenke, spüre ich, wie oberflächlich er ist. Er wird der Krankheit nicht gerecht.LG Ann

    Gefällt 1 Person

    1. Liebste Ann,
      sicherlich liest sich der Satz sehr schön, wenn man noch keine Einschränkungen hat.
      Aber alles geht nicht mehr, das können wir drehen und wenden wie wir wollen, deshalb bin ich da ein wenig empfindlich und finde diesen Slogan für die Allgemeinheit echt fahrlässig und nicht richtig.
      Die Krankheit wird schön gefärbt, verhamlost und ist eine Klatsche für alle die, denen es nicht mehr so gut geht…. Liebe Grüße an dich ❤
      Deine Christine!

      Gefällt 2 Personen

  16. Ich hätte – als Nichtbetroffene – diesen Slogan völlig anders verstanden. Nämlich dass MS-Kranke kämpferisch sind, Lösungen finden, nicht aufgeben. Wenn etwas nicht mehr geht, dann geht eben etwas anderes, so in der Art.
    Während ich das schreibe merke ich selbst, wie optimiert das klingt, wie passend zu unserer Gesellschaft. So hat man zu sein: Niemals schwach, niemals hilfsbedürftig, niemals traurig, denn solche Menschen werden ausgeklammert. Nicht nur Menschen mit MS, auch alle Depressiven, Alleinerziehenden mit Geldsorgen, Betagte usw. könne ein Lied davon singen. So. Und jetzt regt mich der Slogan auch auf!!!
    Lieber Gruß, Anhora

    Gefällt 6 Personen

    1. Liebe Anhora,
      jetzt musste ich echt lachen.

      Sicherlich denken viele was hat die eigentlich, ist doch nur ein Spruch…. Ja, es ist ein Spruch, ein Motto, das die Kranheit so nicht widerspiegelt.
      Vielleicht hätte man nur ein Wort einfügen müssen und die Welt wäre schon in Ordnung und passend gewesen.
      Vieles geht noch, nur ein wenig anders. Oder: Da geht noch was, meist nur ein wenig anders, oder, oder, oder…

      Schön, wenn du als Nichtbetroffene jetzt meine Sicht verstehst.

      Herzliche Grüße an dich.
      Deine Christine!

      Gefällt 2 Personen

      1. Auf jeden Fall ist es gut, deine Gedanken darüber öffentlich zu machen, denn sicher haben die Organisatoren nichts weniger im Sinn gehabt, als Menschen mit MS vor den Kopf zu stoßen. Der nächste Spruch wird hoffentlich besser werden. Ist ja nicht schwer, du hast ja schon Vorschläge geliefert. 🙂
        Hab noch einen schönen Sonntag!

        Gefällt 2 Personen

  17. Liebe Deine Christine,
    …………..Alles geht, aber eben nur anders…………
    Ja Christine, es ist ein positiver Gedanke, Aussage. Positive Aussagen, machen Hoffnung, stillen starken, seelischen Schmerz, aber sie verdunkeln nicht den Geist.
    Was wäre, wenn das Ausmaß, mit allen negativen Formen, zu Anfang einer Diagnose gesagt würde. Was wäre wenn, gesagt wird, die Krankheit führt – nicht – zum Tod, sondern sie verändert ihr Leben vergleichbar wie der Gang nach „Golgatha“ . Was würdest Du denken. Wirst Du das Kreuz auf Dich nehmen, unter all dem Leid.
    ……………… Oder sofort aufgeben…………
    Ich will leben und die Hoffnung auf Leben in mir tragen, wenn auch anders.
    ……Alles geht, aber…….WIE….., eben nur anders……….
    Danke für diesen Beitrag.
    LG. meintoefftoeffumerle (Hilde)

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Hilde,
      man wächst in diese Krankheit meist herein. Paßt sich der Situation an. – Die meisten MS Patienten sind aufgeklärt, recherchieren im Netz und dort stehen nicht nur schöne Dinge über unsere Erkrankung.
      Die Hoffnung soll natürlich bleiben, darf nicht genommen werden, das sehe ich auch so, aber Schönfärberei an so einem wichtigen Tag ist für mich leider nicht akzeptabel.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünscht, Deine Christine!

      Gefällt 2 Personen

      1. Liebe Deine Christine,
        Wie hätte denn das Motto sein können/ müssen. Was wäre Dein Vorschlag. Wie die Aufmerksamkeit auf dies Thema „MS“ lenken, ohne das sich die Mehrzahl gesunder Menschen abwendet. Denn wir brauchen die – Gesunden -. Letztendlich suggerieren wir ihnen, Euch kann es auch passieren. Also bereiten wir eine Sensibilität vor. Christine,- wie – hätte es besser, treffender gemacht werden können?
        Einen, viele liebe Grüße Hilde

        Gefällt 1 Person

  18. Alles geht??
    Ok,nicht immer Alles,aber manche geben sich auch zu schnell auf.Ich habe in den vergangenen 20 Jahren viele Betroffene kennen gelernt. Mit unterschiedlichen Verläufen.
    Oft lag es daran die Hilfe anderer nicht anzunehmen. Wenn ich es selbst alleine nicht schaffe,vielleicht mit einem Partner gemeinsam oder mit einem passenden Hilfsmittel.
    Aufgeben zählt nicht. Ich hab hab ja das Motto als Titel Bild rein gestellt. Dachte wäre eine schöne Sache,aber nach deinem Blog bin ich schon nachdänklicher und würde eine Korrektur einfügen.
    Vieles geht,manchmal nur anders vielleicht?

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Matthias,
      ja, da gebe ich dir Recht. Viele lassen sich zu schnell hängen, versuchen nichts mehr, lehnen Hilfsmittel, Hilfe ab.
      Deshalb schreibe ich ja diesen Blog, da mir das auch schon aufgefallen ist.

      Aber dieses Motto für einen so großartigen Tag auszuwählen ist einfach nicht ok.
      Ich merke selbst, dass nicht mehr alles geht, so gerne und so sehr ich mich auch anstrenge. Viele Dinge muss man einfach abhaken und sausen lassen, andere Dinge gehen tatsächlich anders.

      Die Idee das Motto umzuwandeln ist super. Ich hätte das so formuliert:
      Da geht noch was, meist nur ein wenig anders. Oder so wie du es formulierst.

      Vielleicht sollte man bei der Auswahl etwas länger über den Slogan nachdenken, damit wir allle uns damit identifizieren können…

      In diesem Sinne einen schönen Sonntag. Deine Christine!

      Gefällt 1 Person

  19. Liebe Christine, sehr oft sind die Werbe“fuzzis“ junge, gesunde Männer, die versuchen, sich ein wenig in das Krankheitsbild hinein zu denken. Aber das kann ein Gesunder nicht, auch bei der größten Mühe nicht. Hier soll das Motto ja sogar ein MS-Betroffener aufgestellt haben. Aber wie du sagst, nicht für alle gilt alles.
    Hoffentlich lesen das auch die richtigen Leute.
    Liebe Grüße zu dir von Clara

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Clara,
      ja, ein MS Betroffener hat diesen Vorschlag gemacht. Ich finde es ganz großartig für diesen Mann, dass das alles noch geht, aber die Kernaussage bei so einem Tag, sollte doch mehrheitsfähig sein und das sehe ich hier leider nicht.

      Deshalb ist es auch kein Vorwurf dem Mann gegenüber, sondern eher der Jury, die diesen Vorschlag angenommen hat.

      Liebe Grüße von mir zu dir.
      Deine Christine! 🙂

      Gefällt 2 Personen

  20. Norbert

    Hallo Sonnenschein 😎
    Das hast du auf den Punkt gebracht. Es entsteht ein vollkommen falsches Bild über MS und andere schwere Erkrankungen. Ist eben nicht alles easy für den Einzelnen. Und jeder Verlauf ist anders. Die Zeitraster sind genauso unterschiedlich wie die Beeinträchtigungen des Individuums.
    Aber alles easy passt halt besser in die heutige Denkweise, genau wie der viel zitierte Spruch „Wir schaffen das“
    Wünsche allen einen schönen Sonntag, und genießt einfach alles, was noch geht.

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Norbert,
      sehr schön kommentiert und du bringst es auf den Punkt.
      Es ist halt völlig unterschiedlich und deshalb musste ich mich einfach dazu äußern und meinen Unmut kund tun.

      Gerade bei so einem sensiblen Thema sollte man meinen, dass die Verantwortlichen mehr Fingerspitzengefühl beweisen.

      Ich wünsche auch einen schönen Sonntag und wir genießen weiterhin das was noch geht.

      LG Deine Christine!

      Gefällt mir

  21. Ich kann dich und deine Haltung vollumfänglich nachvollziehen.
    Mein Mann ist ja auch Betroffener mit einer anderen Erkrankung und er sagt, wirklich einschätzen, was da abgeht, kann nur jemand, der schon mal in dieser oder einer sehr ähnlich gelagerten Situation war.
    Alle anderen sollten lieber den Mund halten, ehe sie hohle Phrasen von sich geben.
    Nun ja, ganz so waren seine Worte nicht, ich hab sie ein bisschen entschärft.
    Womit ich – Stichwort „entschärfen“ – dazu überleite, was hier gemacht wurde:
    Da hat sich ein professionelles PR-Team der Thematik angenommen.
    Und die sind alles, abervkeine Betroffenen.
    Komisch, dass derart gut ausgebildete, teure Experten derart dumm handeln können.
    Haben sie denn nicht gemerkt, dass die Menschen da draußen in zunehmender Zahl diese vorkonfektionierten, inhaltslosen oder – fast noch schlimmer – geschönten Worthülsen satt haben?
    Komisch, mein Newsletter-Anbieter hat es kapiert, im letzten Info-Blogartikel darüber, wie man seine Abonnenten wirklich erreicht, srand unter anderem drin, man solle keine Stockfoto-Models nehmen, sondern mit den Fotos der echten Mitarbeiter Authentizität und Glaubwürdigkeit vermitteln. Auch wenn die nicht auf Hochglanz gestylt sind, sondern „nur“ ganz normale Menschen.

    Leben ist echt und so zu tun, als sei es eine verkitschte Disnexverfilmung hat mich schon als Teenager auf die Palme gebracht und ich spüre, wie das Herannahen der 5 sich nicht sonderlich mäßigend auswirkt auf meine Einschätzung.
    Aber: Authentizität, Glaubwürdigkeit, einfach Sympathie – das sind deine Stärken.
    Gut, dass du deinen Blog betreibst, gut, wie du ihn betreibst.
    Bitte weiter so!
    Herzlichst, Katharina

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Katharina,

      vielen Dank für diesen, deinen tollen Kommentar.

      Das Motto hat auch ein MS Patient bei diesem Wettbewerb eingereicht.
      Es ist wunderbar, dass er alles noch so gut wuppen kann.
      Aber wie schon geschrieben, MS ist die Krankheit der 1000 Gesichter, MS ist vielschichtig und man nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt so viele Betroffene, denen ist echt beschissen geht, die nicht mehr alles können… und gerade diese Menschen gehören auch zur MS Welt dazu, aber bitteschön nicht mit diesem Motto.

      Ich denke du hast sehr gut verstanden was ich mit meinem Beitrag ausdrücken will und wie du so schön schreibst: Authentizität, Glaubwürdigkeit, Gemeinschaft ist wichtig und steht an oberster Stelle.

      Die Jury, die für dieses Motto gestimmt hat, hat einfach nicht für die Allgemeinheit gedacht. Leider 😦

      Alles Liebe für dich und einen schönen Sonntag wünscht,

      Deine Christine!

      Gefällt 1 Person

  22. nee, gefällt mir kann ich da nicht drücken, ich hab mich mal etwas schlauer gemacht und einen Link gefunden der denjenigen beschreibt, der das Motto für dieses Jahr vorgeschlagen und gewonnen hat. Vielleicht kennst Du es schon, vielleicht aber auch nicht, lies es mal. So pauschal kann man das einfach nicht zusammenfassen. Er geht sicherlich nur von sich selbst aus:
    https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/dmsg-aktuell/news-article/News/detail/leben-mit-multipler-sklerose-bei-chris-van-der-meijden-geht-alles-aber-eben-nur-anders/?no_cache=1&cHash=0c117436dec9a9cf017166efb4af2c13
    lieben gruss von mir an Dich

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Frieda,
      ja, das habe ich auch schon gelesen. Es trifft sicherlich auf diesen Herrn zu und ich finde es auch ganz großartig, dass er das alles so hinbekommt.

      Aber ich denke auch, der Welt MS Tag ist ein Tag, der alle MS Paienten ansprechen soll.

      Deshalb finde ich das diesjährge Motto leider völlig daneben ….

      Alles geht eben nicht mehr für ganz viele MS Patienten, das kann man drehen und wenden wie man will.

      Einen schönen Sonntag für dich und liebe Grüße zurück 🙂 ❤

      Deine Christine!

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s