Propriozeption => PNF = ???

Diese Frage zur PNF-Therapie hat sich bestimmt schon so mancher von uns gestellt, wollte aber nicht …

… nachfragen, um was es sich dabei überhaupt handelt, was dieses komische Wort überhaupt bedeutet…

Und ganz ehrlich, hätte ich nicht in meinem Studium etwas davon gehört, müsste ich jetzt auch Dr. Google befragen. 😉

Deshalb heute kurz und knackig ein wenig Fachwissen auf den Punkt gebracht.

Propriozeption bedeutet allgemein:

(lateinisch proprius „eigen“ und recipere „aufnehmen“)

 

Die Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage im Raum oder der Lage einzelner Körperteile zueinander. Es handelt sich somit um unsere Eigenempfindung.

So weit so gut, nur was hat das mit MS zu tun?
Was ist das?

Die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF) ist eine Ganzkörperbehandlung und wurde in den 40er und 50er Jahren von der amerikanischen Physiotherapeutin Maggie Knott und dem Physiologen Herman Kabat entwickelt.

Propriozeptoren sind Bewegungsfühler – Neuromuskulär bezieht sich auf das Zusammenspiel zwischen Muskel und Nerv – Fazilitation bedeutet Erleichterung und Förderung.

Der gesunde Körper weiß eigentlich immer, in welcher Position er sich befindet oder welche Bewegung er gerade ausführt. Verantwortlich dafür sind bestimmte Rezeptoren, die Propriozeptoren, die sich in den Muskeln, Sehnen und Gelenken befinden.

Diese sind verantwortlich für die aktuelle Meldung der Bewegungen über Nervenbahnen und Rückenmark an das Gehirn.

Ist dieses System defekt, was bei uns MS Patienten ja leider der Fall ist, können bestimmte Bewegungen nicht mehr ordnungsgemäß ausgeführt werden.

Was tun?

Hier greift die PNF-Therapie, die versucht, komplexe Bewegungsabläufe in eine Vielzahl verschiedener Grundmuster von Muskelgruppen und Bewegungen zu zerlegen und mit speziellen Übungen, über die Reizauslöser am Bewegungsapparat, durch die Haut, das Auge und das Gehör zu aktivieren.

Denn, das Gehirn kann sich an komplexe Bewegungsabläufe erinnern, auch wenn der Körper diese gerade nicht mehr ausführen kann.

So könnte das zum Beispiel aussehen:

 

Folgende Ziele sollen durch die Behandlung erreicht werden:

Die Spastik soll herabgesetzt werden ⇒ die Muskelspannung soll sich normalisieren.

Schwache, gelähmte Muskeln sollen aktiviert werden.

Die motorische Kontrolle, die Mobilität, die Koordination, sowie Kraft, Stabilität und Ausdauer sollen desweiteren gefördert werden.

Nicht nur MS Erkrankte, nein, auch Schlaganfallpatienten, Rückenmarkserkrankte, Morbus Bechterew Patienten und noch viele mehr… können von der PNF-Therapie profitieren.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag ein wenig Licht in den Dschungel der Fachwörter bringen und wünsche allen viel Erfolg bei der eigenen Therapie. 😊

Meine Physiodame behandelt mich übrigens nach Bobath und PNF in Kombination, was mir persönlich wirklich sehr gut tut.

Und wie macht ihr das?

Beschwingte Grüße sendet für heute,

Deine Christine!

 

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22 Gedanken zu “Propriozeption => PNF = ???

  1. Liebe Christine,

    mein ehemaliger Arbeitskollege hat seit über 20J. MS. Damals bevor er mir von seiner Erkrankung erzählte, wusste ich kaum etwas davon. Doch auch heute gibt es ständig neue Infos über die Erkrankung & Verlauf. Er hatte vor 10J. noch zusätzlich einen Tumor im Kopf.

    Leider wurde er erst spät erkannt & entfernt. Durch die OP hat er einen Schub bekommen und war nachher fast blind. Außerdem war der Gleichgewichtssinn erheblich beeinträchtigt. Doch mittlerweile geht es ihm schon viel besser als damals. Obwohl er mir früher sagte, es gibt nur einen Status halten oder verschlechtern. In der Praxis hat er aber bewiesen, dass es auch anders sein kann.

    Beste Grüße aus Berlin

    Michael | Mentaltrainer & Ernährungsberater

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    1. Lieber Michael,
      halten oder Verschlechterung ist leider meistens der Fall, zumindest ab einer bestimmten Beeinträchtigung. Aber schön, wenn der Bekannte sich nach diesem doppelten Schicksalsschlag so gut erholt hat. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel 😊👍😉 und das ist auch gut so.
      Die MS Ursache ist leider immer noch nicht erforscht und bei jedem ist der Verlauf anders. Eine komplizierte Sache… 😉
      Ein schönes Wochenende wünsche ich dir.
      Herzliche Grüße sendet,
      Deine Christine

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  2. Liebe Christine,
    so ein Beitrag ist ganz wichtig! Denn ich/man will wissen, was mit einem gemacht wird und warum. Ich habe schon länger keine PNF-Behandlung mehr bekommen, fand es aber immer hilfreich, wenn ich mal in den Genuss kam. Hier im Haus bekomme ich Behandlung nach Bobath. Was ich sehr lange bekommen habe (auch in Hachen!) war die Behandlung nach Voijta. Das hat mir immer sehr gut getan. Leider fällt das jetzt weg, da die Therapeutin 3(!) Bandscheibenvorfälle hat. Sie wird
    wohl keine Hausbesuche nehr machen, da das Therepieren an einem normalen Bett schlecht für sie ist.
    Liebe Grüße und gute N8!
    Katrin

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    1. Liebe Katrin,
      Danke und ja, ich will auch immer ganz genau wissen was passiert und gemacht wird. Da sind wir uns sehr ähnlich. – Ich hatte auch schon einmal Voijta un Bobath im Wechsel und das fand ich persönlich noch viel effektiver. Leider bietet meine Praxis das nicht mehr an…. warum? Weil es nicht ordentlich honoriert wird und die Dame nur noch Osteopathie macht und ein Baby bekommen hat… kurz um. Das liebe Geld…. wie immer irgendwie, wobei die Therapie echt sehr hilfreich ist.
      Naja, dann müssen wir eben Alternativen suchen und PNF mit Bobath ist eine sehr gute Kombi. Ich hoffe deine Therapeutin kommt zurück, damit du bald wieder in den Genuß kommen kannst.
      Einen schönen Tag wünsche ich dir.
      Liebe rüße, Deine Christine! ❤

      Gefällt 1 Person

  3. Liebe Christine,
    wieder hast Du einen interessanten und informativen Beitrag gepostet! Ich werde nach Bobath und außerdem immer nach der aktuellen Situation von meiner Physiotherapeutin behandelt.
    Natürlich spreche ich sie jetzt auf PNF an. Physiotherapie ist ein ganz wichtiger Behandlungsfaktor, der unverzichtbar ist!

    Danke für Deinen Tipp!❤👍

    ❤liche Grüße Babsi

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    1. Liebe Babsi,
      vielen Dank, auch meine Physiodame legt schon einmal eine kleine Massage ein oder renkt mich ein, oder oder oder. Ich denke auch, je nach Form und Beschwerden soll auf den Patienten eingegangen werden und wenn das klappt, sind doch alle glücklich, oder?

      Liebe Grüße an dich.

      Deine Christine! ❤

      Gefällt 1 Person

  4. Karin

    Danke, liebe Christine, da hast Du die Sache sehr schön auf den Punkt gebracht.
    Ich bin ja Ergo und habe daher gewisse Vorkenntnisse, aber ich bin auch Betroffene und finde es immer spannend, was Du so berichtest.
    Hab´noch einen wunderschönen Tag!

    Karin

    Gefällt 1 Person

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